Jean de Caumont

Jean de Caumont (* um 1577 in Doullens; † 26. August 1659 in Löwen) war ein brabantischer Glasmaler in den Spanischen Niederlanden und von 1615 bis 1637 offizieller Glasmaler der Stadt Löwen.

Leben

Jean de Caumont, er unterzeichnete als Jan de Caumont, stammte aus der Picardie, wurde 1607 aber Bürger von Löwen, wo er Anna Boels heiratete. Zunächst arbeitete er in dem Atelier ihres Onkels, des Glasmalers Simon Boels. Die Familie Boels war eine alteingesessene Glasmalerfamilie, die vorwiegend für die Stadt Löwen und die benachbarte Prämonstratenser-Parkabtei zu Heverlee tätig war. 1625 folgte Jan de Caulmont seinem Lehrmeister als offizieller Glasmaler der Stadt Löwen nach und 1626 übernahm er das Familienatelier.

Das Ehepaar hatte sieben Kinder, von denen der älteste Sohn Simon de Caumont 1637 das Amt seines Vaters als offizieller Glasmaler von Löwen übernahm. Beide Eheleute, Anna starb am 5. Dezember 1665, wurden in Sint Pieter zu Löwen beigesetzt.

Werk

Jan de Caumont wurde von verschiedenen Klöstern mit Glasmalereien beauftragt. Den größten und sehr lukrativen Auftrag erhielt er 1635 von der Parkabtei, für die er schon 1628 eine Miniatur in einem Missale angefertigt hatte. Abt Johannes Masius beauftragte ihn mit der Anfertigung von 41 Buntglasfenstern für den Kreuzgang, für die ein Fixpreis von 60 rheinischen Florin pro Fenster vereinbart wurde. Das letzte Fenster wurde am 4. März 1644 eingesetzt. Sie zeigen im Zentrum alle jeweils ein Ereignis aus dem Leben des heiligen Norbert, des Gründers des Prämonstratenserordens, rechts und links begleitet von zwei Ordenspriestern oder -schwestern. Oberhalb finden sich Abtwappen sowie als Schmuckelemente Füllhörner und Girlanden und unterhalb Erläuterungen der Darstellungen. Bei der Auswahl seiner Motive orientierte sich de Caumont an der 1623 erschienenen Vita Sancti Norberti mit Gravuren der Antwerpener Kupferstecher Cornelius Galle der Ältere und Theodor Galle.

Nach der Französischen Revolution hielt sich die Parkabtei noch einige Jahre, musste die wertvollen Kreuzgangfenster aber am 5. Mai 1828 für 18.000 Francs an den Brüsseler Schiffseigner Jean Baptiste Dansaert verkaufen. Nach dessen Tod wurden sie unter seinen drei Töchtern aufgeteilt und im Laufe der Zeit in alle Welt zerstreut, nämlich nach Frankreich, Großbritannien und in die USA. In den letzten Jahren konnten einige der Fenster von der Parkabtei zurückgekauft werden.

Ferner schuf Jan de Caumont unter anderem für die Fenster der Refektorien des Zivilkrankenhauses und des Konvents der Weißen Frauen in Löwen Medaillons. 1638 entstanden zwei Arbeiten für die Fenster der Borromäuskapelle in der Löwener Kirche St. Peter.

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ Chrysostomus van der Sterre: Het Leven vanden H. Norbertus, stichtvader der Ordre van Praemonstreyt ende Apostel van Antwerpen, by Geeraerdt van Wolstraeten, Antwerpen 1623. Ausgabe ohne Text im Archiv der Abdij Van Park (AAP): Preciosa Nr. 12, 1-33 ill. + frontispice. Text in Latein ohne Gravuren: Archiv der Abdij Van Park (AAP): AE II/1).
  2. ↑ De oude glasramen van de Abdij van ‘t Park te Heverlee. In: Mededelingen van de Geschied- en Oudheidkundige Kring voor Leuven en omgeving, Teil XII, 1972.
  3. ↑ Leo Janssen: De glasramencyclus van de Heilige Norbertus in de pandgang van de Abdij van Park; unveröffentlichte Studie des Archivs der Abdij van ‘t Park von 2011.
  4. ↑ Leo Janssen: Individuele fiches van de glasramen. Manuskript im Archiv der Abdij van ‘t Park zu Heverlee mit Stand vom 11. März 2016
  5. ↑ Anonymus: Begleitheft zur Ausstellung "Leuven stained glass windows back from America" im Herbst 2016.
  6. ↑ Ian Mundell: The American Adventure of 17th-Century Stained Glass From Flanders. Abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).