Jenő Fitz

Jenő Fitz (* 5. Februar 1921 in Budapest; † 9. November 2011 ebenda) war ein ungarischer Provinzialrömischer Archäologe und Numismatiker, der sich auch mit Epigraphik und Prosopographie beschäftigte. Insbesondere durch einige wichtige Schriften zur römischen Geschichte seines Heimatlandes wurde er in der internationalen Fachwelt bekannt. Fitz war einer der bedeutendsten Archäologen Ungarns. Sein archäologisches Lebenswerk sind die Ausgrabungen in der römischen Stadt Gorsium, die er von Anfang an leitete.

Blick auf das Zentrum der Stadt Gorsium, in der Fitz als erster kontinuierlich grub und forschte.

Leben

Fitz wurde als Sohn von József Fitz und Margit Rónay in Budapest geboren. Von 1931 bis 1933 besuchte er das Lajos-Nagy-Realgymnasium in Pécs und von 1934 bis 1939 das Szent-Benedek-Realgymnasium in seiner Geburtsstadt. Anschließend studierte er von 1939 bis 1943 an der Budapester Königlichen Péter-Pázmány-Universität und war von 1946 bis 1949 an deren Institut für Klassische Archäologie zunächst als Praktikant, später als Assistenzprofessor tätig. Von 1946 bis 1969 nahm er dort auch eine Lehrtätigkeit als Dozent wahr. Während dieser Zeit, 1947, wurde er mit dem Thema Erinnerungen an Herkules in Pannonien promoviert. Im Jahr darauf heiratete er Éva Petres. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, darunter der am 28. April 1950 in Budapest geborene Kunsthistoriker Péter Fitz.

Im Jahr 1949 übernahm Jenő Fitz das Amt des Direktors am St.-Stephans-Museum in Székesfehérvár und blieb dort bis 1985. Seit 1958 leitete er die Ausgrabungen in Gorsium, nördlich des Plattensees, und ab 1960 wurde er der Herausgeber der Fachzeitschrift Alba Regia. 1962 nahm er auch die Stelle eines Direktors des Museumsdienstes im Komitat Fejér an und wurde 1985 als Althistoriker promoviert mit einer Arbeit zum Thema Die Verwaltung der pannonischen Provinzen in der Spätzeit des römischen Reiches.

Fitz war Mitglied der Ungarischen Gesellschaft für Archäologie und Kunstgeschichte (Magyar Régészeti és Művészettörténeti Társulat), der Ungarischen Numismatischen Gesellschaft (Magyar Numizmatikai Társulat), der internationalen griechisch-lateinischen epigraphischen Gesellschaft (A Nemzetközi Görög–Latin Epigráfiai Társaság) und war ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und des Österreichischen Archäologischen Instituts.

Ehrungen und Preise

Er wurde vielfach ausgezeichnet, so mit dem Széchenyi-Preis (1997), dem Károly-Maróth-Preis (1995), der Ferenc-Móra-Medaille (1995), der Dénes-Deák-Medaille (1990), der László-Réthy-Medaille (1985), der Flóris-Rómer-Medaille (1982), der Jenő-Ábel-Medaille (1978) und der Bálint-Kuzsinszky-Medaille (1960).

Schriften (Auswahl)

Bücher

Herausgeberschaft

Aufsätze (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Kilencven éves korában elhunyt Dr. Fitz Jenő. In: Székesfehérvár Városportál. 9. November 2011, abgerufen am 8. Juli 2023 (ungarisch).
Personendaten
NAME Fitz, Jenő
KURZBESCHREIBUNG ungarischer provinzialrömischer Archäologe, Historiker und Numismatiker
GEBURTSDATUM 5. Februar 1921
GEBURTSORT Budapest
STERBEDATUM 9. November 2011
STERBEORT Budapest