Jens Balzer
Leben
Balzer stammt aus einer Familie von Eisenbahnern und Binnenschiffern . Er studierte Informatik , Philosophie und Germanistik an der Universität Hamburg , wo er 1990 mit Ole Frahm, Michael Hein und Jens Nielsen die Arbeitsstelle für Graphische Literatur gründete. Seine Magisterarbeit schrieb er 1996 zum Thema Das Wesen des Comics .
Von 1999 bis 2017 arbeitete er als Popredakteur für die Berliner Zeitung , ab 2003 zusätzlich als stellvertretender Feuilletonchef. Als freier Journalist schrieb er bisher unter anderem für Die Zeit , den Rolling Stone , den Deutschlandfunk , Radio Eins , den Spiegel , 032c , Republik , das Nachtstudio des Bayerischen Rundfunks, die Blätter für deutsche und internationale Politik und die New York Times . Er war außerdem als Moderator und Festivalmacher tätig, unter anderem an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und dem Hebbel am Ufer . Von 2010 bis 2025 kuratierte er gemeinsam mit Tobi Müller den Popsalon am Deutschen Theater Berlin . Um 2014 bildete er zusammen mit Martin Hossbach das DJ -Team Balzer/Hossbach. Darüber hinaus lehrte er zwischenzeitlich Popkritik an der Universität der Künste Berlin . Er ist Mitglied im Kuratorium des Kairos Preises der Alfred Toepfer Stiftung und im Advisory Board des Donaufestivals Krems. Sein Buch After Woke (Matthes & Seitz Berlin 2024) stand auf Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste von Die Zeit , ZDF und DLF-Kultur sowie auf der Shortlist für den Tractatus-Preis für philosophische Essayistik. Im Juni 2025 nahm er am 29. internationalen Literaturfestival in Leukerbad in der Schweiz teil. Im November 2025 erhielt er den von der Berlin Music Commission ausgeschriebenen Listen to Berlin -Award in der Kategorie Musikjournalismus und Podcasts . Im Wintersemester 2026/27 übernahm er die Dozentur für Ästhetik , Kultur- und Sprachtheorie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig .
Balzer ist Vater einer Tochter und eines Sohns.
Veröffentlichungen
Autorschaft
Zusammen mit Martin tom Dieck : Salut, Deleuze! Arrache Coeur Verlag, Zürich 2000, ISBN 978-3-907055-44-1 .
Zusammen mit Martin tom Dieck : Neue Abenteuer des unglaublichen Orpheus . Arrache Coeur Verlag, Zürich 2001, ISBN 978-3-907055-55-7 .
Zusammen mit Lambert Wiesing : Outcault. Die Erfindung des Comic . Christian A. Bachmann Verlag , Bochum 2010, ISBN 978-3-941030-07-7 .
Pop. Ein Panorama der Gegenwart . Rowohlt Verlag , Berlin 2016, ISBN 978-3-87134-830-3 .
Pop und Populismus . Edition Körber , Hamburg 2019, ISBN 978-3-89684-272-5 .
Das entfesselte Jahrzehnt. Sound und Geist der 70er . Rowohlt Verlag , Berlin 2019, ISBN 978-3-7371-0049-6 .
Verschwinden zweiter Ordnung . In: Simone Jung , Jana Marlene Mader (Hrsg.): Denkräume . Rowohlt Verlag , Hamburg 2020, ISBN 978-3-499-00294-6 .
High Energy. Die Achtziger – das pulsierende Jahrzehnt . Rowohlt Verlag , Berlin 2021, ISBN 978-3-7371-0114-1 .
Es gibt keine Muttersprache . In: Thomas Edlinger (Hrsg.): Stealing the stolen . Verlag für moderne Kunst , Wien 2022, ISBN 978-3-903572-97-3 .
Schmalz und Rebellion . Dudenverlag , Berlin 2022, ISBN 978-3-411-75669-8 .
The Flip Side of Krautrock . In: Uwe Schütte: The Cambridge Companion to Krautrock . Cambridge University Press, 2022, ISBN 978-1-316-51107-7
Ethik der Appropriation . Matthes & Seitz Berlin , Berlin 2022, ISBN 978-3-7518-0535-3 .
No Limit. Die Neunziger – das Jahrzehnt der Freiheit. Rowohlt Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-7371-0173-8
After Woke. Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2024, ISBN 978-3-7518-3018-8 .
After Woke. Sonderausgabe für die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 2025, ISBN 978-3-7518-3018-8 .
In Transition. Zonen der Freiheit und Gewalt . In: Boaz Levin, Annette Hauschild, C/O Berlin (Hrsg.): Träum weiter – Berlin, die 90er. Spector Books, Berlin 2024, ISBN 978-3-95905-851-3
Zusammen mit Martin tom Dieck : Holy Deleuze! Reprodukt, Berlin 2025, ISBN 978-3-95640-446-7 .
Zusammen mit Martin tom Dieck : Salut, Deleuze! Gesamtausgabe . Reprodukt, Berlin 2025, ISBN 978-3-95640-447-4 .
Confusion Is Next. Die Nullerjahre – das Jahrzehnt des Umbruchs . Rowohlt Verlag, Berlin 2026, ISBN 978-3-7371-0243-8
Erlösung. Über Messianismus und Apokalyptik in den politischen Diskursen der Gegenwart . Matthes & Seitz, Berlin 2026, ISBN 978-3-7518-3075-1
Beteiligung
Harald Fricke: Texte 1990 – 2007 . Hrsg.: Bettina Allamoda, Jens Balzer, Detlef Kuhlbrodt, Cord Riechelmann. Merve, Berlin 2010, ISBN 978-3-88396-280-1
Protest-Songs . Lehrmaterialien. Bundeszentrale für politische Bildung , Bonn 2011, ISBN 978-3-8389-7026-4 .
Martin Hossbach (Hrsg.) : Die Tocotronic-Chroniken . Blumenbar , Berlin 2015, ISBN 978-3-351-05020-7 .
Sounds gegen die Zeit . In: Dorothee Hackenberg (Hrsg.): Moment mal! Rowohlt Verlag , Berlin 2017, ISBN 978-3-7371-0021-2 .
Dietmar Dath , Sibylle Berg : Zahlen sind Waffen . Hrsg.: Jens Balzer, Lars Weisbrod , Thomas Vašek , Maja Beckers. Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2021, ISBN 978-3-95757-960-7
Einzelnachweise
↑ Jens Balzer | Blätter für deutsche und internationale Politik. Abgerufen am 26. März 2023 .
1 2 Jan Müller & Studio Bummens: Jens Balzer. Abgerufen am 4. Oktober 2023 .
1 2 Jens Balzer im Interview über die 1990er: „Der Mythos vom geilen Berlin war erkauft“. 28. Juni 2023, abgerufen am 19. August 2023 .
↑ Comic-Forschung: Arbeitsstelle für Graphische Literatur. Abgerufen am 8. Oktober 2023 .
↑ Das Wesen des Comics . Über Dialektik und Indifferenz in Bild-Text-Verhältnissen . Magisterarbeit, Hamburg 1996.
↑ Jens Balzer. Abgerufen am 26. März 2023 .
↑ Jens Balzer : "Rammstein: Paris" an der Volksbühne: Die Urszene von Pegida und AfD . In: Der Spiegel . 16. März 2017, ISSN 2195-1349 ( spiegel.de [ abgerufen am 15. August 2025 ] ).
↑ 032c: Kool Keith | 032c. 1. Dezember 2006, abgerufen am 15. August 2025 (englisch).
↑ Jens Balzer : Was Sie wissen sollten, bevor Sie sich über kulturelle Aneignung aufregen . In: Republik . 11. August 2022 ( republik.ch [ abgerufen am 15. August 2025 ] ).
↑ Bayerischer Rundfunk: Nachtstudio. 13. Februar 2023, abgerufen am 15. August 2025 .
↑ Jens Balzer | Blätter für deutsche und internationale Politik. Abgerufen am 13. August 2025 .
↑ Opinion | Creative Destruction (Published 2012) . 19. September 2012 ( nytimes.com [ abgerufen am 13. August 2025 ] ).
1 2 Berliner Festspiele: Jens Balzer – Biografie. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. März 2023 ; abgerufen am 26. März 2023 .
1 2 Redaktionsprofil von Jens Balzer. In: Die Zeit . Archiviert vom Original am 11. November 2022 ; abgerufen am 26. März 2023 .
↑ Stefan Hochgesand: Jens Balzer und Tobi Müller tragen den geliebten Popsalon im Deutschen Theater Berlin zu Grabe. 10. Mai 2025, abgerufen am 13. August 2025 .
↑ KAIROS-Preis | Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. 25. November 2021, abgerufen am 2. Februar 2026 .
↑ donaufestival: Team. Abgerufen am 2. Februar 2026 .
↑ Leseempfehlung: Die Sachbuch-Bestenliste für September . In: Die Zeit . 28. August 2024, ISSN 0044-2070 ( zeit.de [ abgerufen am 27. Juni 2025 ] ).
↑ Shortlist 2024 - Philosophicum Lech. Abgerufen am 27. Juni 2025 (deutsch).
↑ 29. Internationales Literaturfestival Leukerbad - Autorinnen & Autoren
↑ LISTEN TO BERLIN: AWARDS 2025 | Gewinner*innen – Berlin Music Commission. Abgerufen am 12. November 2025 .
↑ Lehre / Deutsches Literaturinstitut Leipzig. Abgerufen am 16. Oktober 2026 .
↑ Jens Balzer : Lego-Todesstern: "Ich bin dein Vater" . In: Die Zeit . 30. Dezember 2025, ISSN 0044-2070 ( zeit.de [ abgerufen am 2. Februar 2026 ] ).