Jens Friedhoff

Jens Friedhoff (* 1967) ist ein Archivar; deutscher Adels- und Burgenforscher sowie Spätmittelalter- und Frühneuzeithistoriker.

Ausbildung und Schwerpunkte

Friedhoff studierte Geschichte, Kunstgeschichte und katholische Theologie an der Universität Siegen. Seine Staatsarbeit zum Thema Territorium und Stadt zwischen Ruhr und Sieg wurde im Düsseldorfer Jahrbuch 1998 veröffentlicht. Mit seiner Dissertationsschrift über Die Familie von Hatzfeld. Adelige Wohnkultur und Lebensführung zwischen Renaissance und Barock, mit der er 2003 bei Ulf Dirlmeier promoviert wurde, bekannte sich Friedhoff schwerpunktmäßig zur klassischen Adelsforschung, neben der Burgenforschung.

Die Landesgeschichte Hessens, des Rheinlandes und Westfalens bestimmt vornehmlich den geografischen Rahmen seiner Forschungsarbeit. Obwohl für Friedhoff die archivalische Überlieferung Hauptquelle seiner Forschungen ist, tritt er bezüglich der Burgenforschung für Interdisziplinarität ein. Neben der überlieferten Baugeschichte sind hierbei für ihn archäologische Artefakte, Bauforschung und Dokumentation sowie naturwissenschaftliche Methoden – wie dendrochronologische Datierungen – im Dienste der Annäherung an die historische Authentizität sowie der Erhaltung tradierten Kulturgutes notwendig, um Fehlinterpretationen aufgrund einer einseitigen Sichtweise zu vermeiden.

Berufliche Tätigkeit

Friedhoff ist Mitarbeiter des Europäischen Burgeninstituts, einer Einrichtung der Deutschen Burgenvereinigung e. V., wo er an der Inventarisation der mittelalterlichen Burgen in Europa beteiligt ist.

2011 bis 2013 war er Lehrbeauftragter für Alte Geschichte an der Mittwochsakademie der Universität – GH – Siegen.

Seit 2009 als freiberuflicher Archivar tätig, liegt Friedhoffs Arbeitsschwerpunkt seitdem in der Verzeichnung und Betreuung privater Archive und der Beratung ihrer Eigentümerfamilien zu der Verwahrung, Konservierung und Restaurierung des wertvollen Archivgutes. 2012 übernahm er zudem die Betreuung des Stadtarchivs der kleinen ehemaligen Residenz Hachenburg im Westerwald. Eine von ihm ins Leben gerufene und herausgegebene Schriftenreihe des Stadtarchivs Hachenburg soll – genauso wie die von ihm kuratierte Dauerausstellung im historischen Rathaus der Stadt – in ausgewählten Beiträgen zur Stadt- und Regionalgeschichte den Menschen der Region ihre Geschichte lebendig vermitteln sowie den hier zumeist anzutreffenden Wander- und Radtouristen einen Überblick über historisch lohnenswerte Ausflugsziele nahebringen. Unter seiner Leitung wurde das Amt des Stadtarchivars von der bloßen Überlieferungsverwaltung zum Stadthistoriker, den Friedhoff als bürgernahen Dienstleister verstanden wissen will, erweitert.

Mitgliedschaften

Publikationen (Auswahl)

Monographien und Sammelbände

Aufsätze in Fachzeitschriften und Tagungsbänden

Einzelnachweise

  1. ↑ Mittwochsakademie
  2. ↑ Zur Verzeichnung des Walderdorffschen Archivs siehe: Unsere Archive: Mitteilungen aus den rheinland-pfälzischen und saarländischen Archiven. Sonderband zum Deutschen Archivtag in Koblenz 2016 (Bd. 61), S. 12.
  3. ↑ urlaub.westerwald.info
  4. ↑ Friedhoff: Archiv in Hachenburg ist moderner Dienstleister. In: rhein-zeitung.de. 9. November 2012, abgerufen am 23. Mai 2025.