Jerusalem (Computervirus)

Jerusalem
Name Jerusalem
Aliase Israeli, PLO, Friday13th
Bekannt seit 1987
Erster Fundort Israel
Virustyp Dateivirus
Dateigröße 1.813 Bytes
Wirtsdateien EXE und COM
Stealth nein
Speicherresident ja
System MS-DOS (DOS-PC)

Jerusalem ist ein Computervirus, das erstmals im Oktober 1987 im israelischen Teil der Stadt Jerusalem entdeckt wurde. Es war das erste Computervirus, das für damalige Verhältnisse in freier Wildbahn relativ verbreitet war.

Das Virus hat einen schädlichen Payload, der Daten löscht.

Aliasse

Neben der Bezeichnung Jerusalem ist vor allem der Name Friday13th gebräuchlich. Allerdings gibt es noch zwei andere Viren, die teilweise ebenfalls so bezeichnet werden, aber nichts mit Jerusalem zu tun haben (Friday-13th-440/Omega und Virus-B).

Weitere gebräuchliche Namen für die originale Version des Virus sind:

Versionen und Derivate

Es gibt noch zahlreiche weitere Varianten:

Funktion

Animation des Payload von Jerusalem

Infektion

Nach der Infektion wird das Virus speicherresident und infiziert alle COM- und EXE-Dateien, außer COMMAND.COM. COM-Dateien werden nach der Infektion 1.813 Bytes länger und werden nicht wieder neu infiziert. EXE-Dateien werden bei jeder Infektion 1.808 bis 1.823 Bytes größer und werden solange neu infiziert, bis sie nicht mehr in den Speicher geladen werden können. Manchmal werden EXE-Dateien nicht korrekt infiziert, wodurch diese Programme abstürzen, sobald sie ausgeführt werden.

Der Code selbst bindet sich in das Interrupt-Processing und andere DOS Services ein. Zum Beispiel löscht das Virus die Ausgabe von Konsolenmeldungen wenn es dem Virus zum Beispiel nicht möglich war eine Datei auf einem Read-Only Medium, wie zum Beispiel einer Diskette zu infizieren. Einer der Hinweise der Infektion des Computers ist das Falschschreiben der bekannten Meldung „Bad command or file name“ als „Bad Command or file name“.

Payload

Das Virus enthält einen destruktiven und einen nicht-destruktiven Schadensteil. Der destruktive Schadensteil ist darauf ausgelegt sich an jedem Freitag, den 13. außer im Jahr 1987 zu aktivieren. An diesem Datum löscht das Virus alle Programmdateien.

In dem nicht-destruktiven Schadensteil verringert das Virus 30 Minuten nach seiner Infektion die Geschwindigkeit von PC-XT-Systemen auf ca. ein Fünftel ihrer normalen Leistung, indem es nach jedem Timer Interrupt eine Schleife einfügt. Außerdem erzeugt das Virus ein ‚schwarzes Fenster‘, indem es Zeile 5, Kolonne 5 bis Zeile 16, Kolonne 16 auf dem Bildschirm zwei Linien nach oben verschiebt.

Verbreitung

Jerusalem war anfänglich sehr häufig anzutreffen und es entstanden eine große Zahl von Varianten. Seit dem Aufkommen von Windows werden die DOS Interrupts, die Jerusalem benutzt, nicht mehr verwendet, weshalb Jerusalem und seine Varianten ab Mitte der 1990er verschwanden.

Einzelnachweise

  1. ↑ https://support.novell.com/techcenter/articles/ana19920301.html