Jesaja Berlin, auch Jesaja Pick (geboren im Oktober 1725 in Eisenstadt, Königreich Ungarn; gestorben am 13. Mai 1799 in Breslau), war ein deutscher Rabbiner.
Jesaja Berlin war der älteste Sohn des Talmudgelehrten Löb ben Mordechai Berlin. Als Kind kam er mit dem Vater nach Berlin. Als Heranwachsender besuchte er die Jeschiwa von Hirsch Biale in Halberstadt.
1750 nahm ihn der Breslauer Schutzjude Wolf Löbel Pick in sein Geschäft auf, dessen Tochter Fromet (1736–1802) er 1755 heiratete. Seither nannte er sich nach seinem Schwiegervater mitunter „Jesaja Pick“. 1787 wurde Jesaja Berlin Dajan beim Breslauer Oberrabbiner Joseph Jonas Fränkel. Nach Fränkels Tod wurde er am 17. November 1793 als dessen Nachfolger zum Oberrabbiner gewählt. Er stieß dabei auf den Widerstand der liberalen Minderheit, erreichte jedoch einen Ausgleich mit Vertretern des Maskilim-Kreises.
Am 17. Mai 1793 hielt Berlin eine vielbeachtete Predigt zum Basler Frieden.
Er machte sich einen Namen durch seine herausragende Kenntnis der Bibel und der älteren rabbinischen Literatur, insbesondere durch seine Ansätze zu einer historisch-philologischen Betrachtungsweise.
Einer seiner Nachkommen war Abraham Berliner.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Berlin, Jesaja |
| ALTERNATIVNAMEN | Pick, Jesaja |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rabbiner, Oberrabbiner in Breslau |
| GEBURTSDATUM | Oktober 1725 |
| GEBURTSORT | Eisenstadt, Königreich Ungarn |
| STERBEDATUM | 13. Mai 1799 |
| STERBEORT | Breslau |