
Ji Han-jae (koreanisch 지한재 Hanja 池漢載; * 1936 in Andong, damaliges Japanisches Kaiserreich, heutiges Südkorea; † 28. Januar 2026 in Arizona, Vereinigte Staaten) war ein südkoreanischer Kampfkünstler. Er gilt als einer der wichtigsten Pioniere und maßgeblichen Entwickler der modernen Kampfkunst Hapkido sowie als Gründer des Sin Moo Hapkido. Weltweite Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle als Gegner von Bruce Lee im Film The Game of Death.
Ji Han-jae wurde 1936 in Andong während der japanischen Besetzung Koreas geboren. Er begann sein Kampfkunsttraining im Jahr 1949 unter Choi Yong-sool, dem Begründer des Hapki Yu Kwon Sul (kor. 합기유권술 MCR Hapki-yukwon-sul Hanja 合氣柔拳術). Nach dem Abschluss seiner Ausbildung unter Choi Yong-sul im Jahr 1956 verlegte Ji Han-jae sein Wirken nach Seoul in die Hanguk Cheyuk Kwan (auch bekannt als Korean Sports Center).Neben dem reinen Hebel- und Wurfsystem von Choi Yong-sol wurde Ji Han-jae maßgeblich durch den Heiler „Taoist Lee“ geprägt, der ihn in Tritt- und Sprungtechniken (Taegi) sowie im Umgang mit dem Lang- (Jangbong) und Kurzstock (Danbong) unterrichtete. Die spirituellen und philosophischen Grundlagen beruhten auf den Lehren einer taoistischen Meisterin („Grandma“) aus Icheon, welcher auch Taoist Lee gefolgt war. Aufgrund seiner steigenden Reputation wurde er zu Beginn der 1960er Jahre als Ausbilder der Leibwache von Präsident Park Chung-hee berufen. Nach dem Attentat auf Präsident Park Chung-hee im Oktober 1979 verlor Ji Han-jae schlagartig seinen politischen Einfluss und Schutz. Ji wurde wegen angeblichen Steuerbetrugs im Zusammenhang mit Verbandsspenden zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er nutzte die Haftstrafe intensiv zur Selbstreflexion und Meditation. Während dieser Isolation entwickelte er die spirituellen und philosophischen Grundlagen für ein neues System, das er von dem primär physisch orientierten Hapkido abgrenzte. Unmittelbar nach seiner Entlassung und der anschließenden Auswanderung in die Vereinigten Staaten im Jahr 1984 gründete er das Sin Moo Hapkido.
Neben seiner Pionierarbeit in der Kampfkunst erlangte Ji internationale Popularität in der Filmindustrie. Er arbeitete als Kampfkunst-Choreograf und Schauspieler. Seine bekannteste Rolle spielte er 1972 an der Seite von Bruce Lee in dessen unvollendetem Film Game of Death (1978 als „Bruce Lee – Mein letzter Kampf“ veröffentlicht), in dem er als Hapkido-Meister eine der Schlussetagen des Turms verteidigte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ji, Han-jae |
| ALTERNATIVNAMEN | 지한재 (Hangeul); 池漢載 (Hanja); Ji, Han Jae; Ji, Hanjae (revidierte Romanisierung); Chi, Hanjae (McCune-Reischauer) |
| KURZBESCHREIBUNG | südkoreanischer Kampfkünstler, Wegbereiter des Hapkido |
| GEBURTSDATUM | 1936 |
| GEBURTSORT | Andong, damals Japanisches Kaiserreich, heute Südkorea |
| STERBEDATUM | 28. Januar 2026 |
| STERBEORT | Arizona, Vereinigte Staaten |