
Joachim Engelmann (* 21. Juni 1918 in Goldberg, Kreis Goldberg, Provinz Schlesien; † 2. Februar 1992 in Oldenburg) war ein deutscher Schulleiter und Sachbuchautor.
Engelmanns Vater war als Oberlandwirtschaftsrat Leiter einer Höheren Landbauschule im schlesischen Schweidnitz, wo Engelmann seine Jugend verlebte. Nach dem Abitur und wenigen Monaten Reichsarbeitsdienst wurde Engelmann Soldat. In Oppeln trat er als Fahnenjunker in die Wehrmacht ein. Im Zweiten Weltkrieg wurde Engelmann als Offizier im Krieg gegen die Sowjetunion, an der Westfront und zuletzt als Abteilungskommandeur in Ungarn eingesetzt. Nach Kriegsende 1945 kam Engelmann in ein von der US-Armee betriebenes Lager für entwaffnete deutsche Soldaten in Süddeutschland. Von dort wurde er entlassen. Noch 1945 fuhr er nach Schlesien zu seiner Frau und einem Sohn, die dort auf ihn warteten. Schlesien war damals von der Roten Armee der Sowjetunion besetzt. Dort wurde er für den „Wiederaufbau Polens“ verpflichtet und arbeitete ein Jahr in einer Papierfabrik und anschließend als Steinearbeiter bei einer Flussregulierung.
1946 wurde die Familie aus Polen ausgewiesen und erreichte Oldenburg. Dort erhielt sie eine Wohnmöglichkeit in der früheren Hindenburg-Kaserne im Stadtteil Kreyenbrück. Hier lebte die Familie Engelmann von 1946 bis 1952. Hierüber schrieb Engelmann auf Bitten der Stadt Oldenburg den Bericht Lebensstation Kreyenbrück. Er gehörte im Jahr 1949 zu den Gründungsmitgliedern des „Deutschen Sport-Clubs Oldenburg“ und war dessen stellvertretender Vorsitzender bis 1956.
Engelmann konnte noch das letzte in Oldenburg durchgeführte Seminar für Lehrerausbildung von früheren Kriegsteilnehmern erreichen. Er wurde ab Oktober 1947 außerplanmäßiger Lehrer an der Knabenschule in Oldenburgs Stadtteil Osternburg, bildete sich weiter und wurde von April 1957 an Realschullehrer. Nach seiner Tätigkeit an der Oldenburger Mittelschule Auf dem Ehnern übertrug man ihm die Leitung der Realschule Dammtor in Oldenburg, eine Tätigkeit, die er bis zu seiner Pensionierung ausübte. Der damalige Oldenburger Kulturstadtrat Ekkehard Seeber schrieb im Vorwort zu Lebensstation Kreyenbrück:
Insbesondere für die Jugendgruppe „Ostwacht“, aber auch für andere Nutzer, schuf Engelmann im Haus der Jugend in Oldenburgs Huntestraße die „Ostdeutsche Jugend-Bücherei“, die „gute Jugendliteratur über Geschichte, Land und Leute des deutschen Ostens, Jugenderinnerungen berühmter ostdeutscher Männer und Frauen, wissenschaftliche Werke über Ostdeutschland und Dichterwerke ostdeutscher Menschen“ in ihrem Bestand hatte. 1956 verfügte diese Bibliothek über 350 Bände und im Jahr 1958 schon 550 Bände in erweiterten Räumen.
Die Gründung des Ortsverbands Oldenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe geht auf Engelmann zurück, er wurde 1960 mit anderen Personen von Bischof Gerhard Jacobi zum Ortsbeauftragten ernannt.
Engelmann wurde von der Schulverwaltung des Verwaltungsbezirks Oldenburg zum Fachberater für den Ostkundeunterricht an Volks- und Realschulen ernannt. Nach seiner Pensionierung widmete sich Engelmann angesichts seiner Vergangenheit als Offizier dem Schreiben von Büchern mit Bezug zum Zweiten Weltkrieg, aber auch über Friedrich den Großen und dessen Militärs. Die Institution des Fachberaters für den Ostkundeunterricht wurde auf Drängen der Kultusminister der Länder in den 1950er und 1960er Jahren vielfach geschaffen.
Engelmann fand seine letzte Ruhestätte in Oldenburg auf dem Neuen Friedhof neben der Auferstehungskirche. Auf seinem Grabstein steht „Schlesien – unvergessene Heimat“.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Engelmann, Joachim |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schulleiter und Sachbuchautor |
| GEBURTSDATUM | 21. Juni 1918 |
| GEBURTSORT | Goldberg, Kreis Goldberg, Provinz Schlesien |
| STERBEDATUM | 2. Februar 1992 |
| STERBEORT | Oldenburg |