Joachim Gross (* in Hildesheim; † 1693) war ein Rotschmied und Glockengießer.
Joachim Gross heiratete am 27. September 1665 Katharina Thurmschafft, Tochter eines Rotschmiedes. Im Februar 1668 leistete er den Bürgereid ab und wohnte in einem Haus am Tuchlauben, wo davor Johann Dumpselschaff wohnte.
Nach der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 richtete er aufgrund der großen Nachfrage in Mödling eine zweite Gusshütte ein.
Joachim Gross ist wohl 1693 oder bald danach verstorben. Seine Gießerei wurde vermutlich von Jakob Deromet übernommen.
Glocken sind seit 1673 genannt. Gross goss seine Glocken in einer gefälligen Barockform und in guter Gussausführung. In der äußeren Gestaltung sind die Glocken ähnlich zu Leonhard Löw bzw. Balthasar II. Herold, von dem er nach dessen Ableben 1683 wohl einige Modeln übernommen hat. Klanglich sind die Glocken von Gross jedoch mittelmäßig wie bei Selner und Herold als Septimtyp mit oft blechernem Klang.
24 Glocken sind erhalten. Die größten Glocken hängen in Hausleiten (Dm 109 cm), Perchtoldsdorf (Dm 103 cm) und Klein-Engersdorf (Dm 101,5 cm). In der Filialkirche Franzhausen Niederösterreich hängt ein kleines zweistimmiges Geläute mit gezielter Abstimmung nach dem Proportionalitätsgesetz zeigt.
Wiener Glocken
Mödlinger Glocken
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gross, Joachim |
| ALTERNATIVNAMEN | Groß, Joachim |
| KURZBESCHREIBUNG | Rotschmied und Glockengießer |
| GEBURTSDATUM | 17. Jahrhundert |
| GEBURTSORT | Hildesheim |
| STERBEDATUM | 1693 |