Joar Nango

Joar Nango

Joar Nango (* 1979 in Alta) ist ein samischer Konzeptkünstler, Installationskünstler, Musiker, Filmemacher und Architekt aus Norwegen. Nango schuf für die documenta 14 eine ethnosoziologische Installation.

Werk

Joar Nango gehört dem Volk der Samen an. Rentierhaltung, die von der Notwendigkeit des Improvisierens geprägt ist, ist heute für viele Mitglieder dieses indigenen Volkes in Sápmi identitätsstiftend. So arbeitet Nango an der Bewegung von Migranten und indigenen Nomaden, deren Leben vom Wechsel der Aufenthaltsorte und Tauschhandel gekennzeichnet ist. Das Überqueren nationaler Grenzen führt für Nango zur Zugehörigkeit zu einer zukünftigen Gesellschaft, und er verschafft indigenen Kulturen einen anthroposophischen Ausdruck.

2015 drehte er einen Film über das Herstellen mongolischer Jurten und zeigte diesen in seinem „Mongolischen Kinobau“ in London. In Anlehnung an Claude Lévi-Strauss Theorie des Strukturalismus sucht er bei indigenen Völkern nach vergleichbaren Bricolagen.

Nango lebt und arbeitet in Tromsø.

documenta 14: Beiträge in Athen und Kassel

Joar Nango schuf für die documenta 14 im Jahr 2017 im Garten des Athener Konservatoriums die Installation European Everything (2017). Das postapokalyptische Nomadenlager aus Neon, Metall, Holz, Fell, Soundinstallation, Lebensmitteln, Kochgelegenheiten und einer Performance lud zum Nachdenken und Austauschen ein. Der samische Musiker Joar Nango rapte während der Performance von Dämonen und den bösen, dunklen Seiten der Menschen. Neben dem Mischpult wurde rohes Fleisch zubereitet. Die Installation European Everything (2017) wurde auch am Standort Kassel in einem Glas-Pavillon an der Kurt-Schumacher-Straße gezeigt. Zudem wurde die Dokumentation von European Everything (2017) bestehend aus einem 1996er Mercedes Sprinter, einer Videoproduktion, Farbe und Ton am Glas-Pavillon in Kassel gezeigt.

Auszeichnung

Zitat

Joar Nango über seine Arbeit:

„Die Fähigkeit zur Improvisation ist eine kulturell geprägte Form baulicher, gestalterischer Traditionen, über die viele indigene Kulturen des Nordens verfügen, wo Ressourcen rar sind und das Klima unberechenbar, hart und unbarmherzig ist.“

– Candice Hopkins: Daybook documenta 14. Pestel Verlag, München, London, New York 2017.

Ausstellungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ News Press vom 24. Dezember 2013 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)- Artikel bei Nexis, abgerufen am 25. September 2017 aus der News Press
  2. ↑ London Evening Standard vom 16. März 2015 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) – Artikel bei Nexis, abgerufen am 25. September 2017 aus dem London Evening Standard
  3. ↑ Giessener Anzeiger vom 20. Mai 2017 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) – Artikel bei Nexis, abgerufen am 25. September 2017 aus dem Giessener Anzeiger
  4. ↑ Der Standard vom 12. April 2017 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) – Artikel bei Nexis, abgerufen am 25. September 2017 aus dem Standard
  5. ↑ Agnes Bührig: Sprengel Museum: Schwitters-Preisträger Joar Nango verbindet Welten. In: NDR. 28. September 2024, abgerufen am 12. Dezember 2024.
  6. ↑ Joar Nango. In: sprengel-museum.de. Abgerufen am 12. Dezember 2024.