Jochen Staadt (* 1950 in Bad Kreuznach) ist ein deutscher Politikwissenschaftler.
Staadt begann 1968 ein Studium der Germanistik und der politischen Wissenschaft an der Freien Universität Berlin (FU). Zeitweise engagierte er sich in der Roten Zelle Germanistik und war Vorsitzender der maoistischen Liga gegen den Imperialismus, einer Vorfeldorganisation der KPD-AO, von der er sich jedoch 1974 abwandte. Das Studium schloss er 1977 mit einer Promotion im Fach Germanistik zum Thema Konfliktbewusstsein und sozialistischer Anspruch in der DDR-Literatur ab, für die er die Darstellung gesellschaftlicher Widersprüche in Romanen analysierte, die nach dem VIII. Parteitag der SED 1971 erschienen waren. Ab 1978 spielte er als Schlagzeuger in der West-Berliner Rockband Pille Palle und die Ötterpötter (zusammen mit Michael Stein u. a.).
In den 1980er-Jahren arbeitete er am Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung der FU Berlin an dem von Siegward Lönnendonker und Tilman Fichter initiierten Projekt einer Chronik und Dokumentation der Geschichte der Freien Universität. Von Anfang der 1990er-Jahre bis 2024 war Staadt Projektleiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der FU Berlin und Redaktionsmitglied der Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat.
In zahlreichen Veröffentlichungen behandelt er die westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre sowie die DDR, die SED und das Ministerium für Staatssicherheit, besonders in Hinblick auf deren Einflussnahme nach Westdeutschland.
| Personendaten | |
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| NAME | Staadt, Jochen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 1950 |
| GEBURTSORT | Bad Kreuznach |