Johann Ferch (* 3. Juni 1879 in Wien; † 26. Januar 1954 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller, Freimaurer und Sexualaufklärer.
Johann Ferch stammte aus einer Arbeiterfamilie. Er wurde Schriftsetzer und begann bald Artikel für Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben. Sein erster Roman Die Kaserne (1913) über seinen Militärdienst wurde zunächst verboten, dann aber doch zugelassen. In den folgenden Jahren schrieb er mehrere Bücher gegen den Ersten Weltkrieg.
Johann Ferch war Freimaurer. Seine Grundeinstellungen waren in dieser Zeit humanistisch, er trat auch für eine Verständigung mit Juden und ihrer Kultur ein. In einigen seiner Romane beschrieb er soziale und gesellschaftliche Missstände. 1919 gründete Johann Ferch er mit seiner Frau Betty den Bund gegen den Mutterschaftszwang in Wien. Dieser unterstützte Frauen, ein selbstständiges Leben zu führen, auch bei einer freien Entscheidung für oder gegen ein Kind. Er schrieb zahlreiche Romane und einige Dramen zu diesem Thema, in denen er auch ein erfülltes Sexualleben thematisierte. 1934 lösten sie den Bund wegen der veränderten politischen Situation in Wien auf.
Anfang der 1930er Jahre war Johann Ferch als Beamter im Sozialministerium tätig. In dieser Zeit schrieb er nur noch unverfängliche Unterhaltungsromane. Im Herbst 1936 wurden alle seine Bücher im Deutschen Reich verboten. Johann Ferch beantragte daraufhin 1937 bei der Reichsschrifttumskammer eine Zurücknahme dieser Entscheidung und seine Aufnahme und argumentierte mit seiner gewandelten Einstellung und einem judenkritischen Buch. Er wurde von mehreren NSDAP-Verantwortlichen unterstützt, die betonten, dass es wichtig sei, ehemalige linke Autoren, die ihre Ansichten geändert hatten, zu unterstützen. Der Antrag wurde dennoch von der Reichsschrifttumskammer abgelehnt, auch die Gestapo äußerte Zweifel an seinem Gesinnungswandel. Lediglich die Bücher seit 1933 wurden von dem Verbot ausgenommen. 1940 wurde Johann Ferch dann doch noch in die RSK aufgenommen.
Johann Ferch schrieb etwa 50 Romane und zehn Dramen, meist als leichte Unterhaltungsliteratur mit sozialem Anliegen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ferch, Johann |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Schriftsteller und Freimaurer |
| GEBURTSDATUM | 3. Juni 1879 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 26. Januar 1954 |
| STERBEORT | Wien |