Sir John „James“ Edward Spencer Brind, KCB, KBE, CMG, DSO (* 9. Februar 1878; † 14. Oktober 1954) war ein britischer Offizier, der zuletzt als General der British Army von 1937 bis 1941 Oberkommandierender des Südkommandos der Britisch-Indischen Armee war.
John „James“ Edward Spencer Brind war ein Sohn des Offiziers E. A. Brind, der als Oberst im Linieninfanterieregiment „Connaught Rangers“ diente. Er selbst absolvierte nach dem Besuch des Wellington College in Berkshire eine Offiziersausbildung an der Royal Military Academy Woolwich und wurde nach deren Abschluss in die Royal Artillery. Er fand verschiedene Verwendungen als Offizier sowie als Stabsoffizier und nahm am Zweiten Burenkrieg sowie am Ersten Weltkrieg teil. Für seine militärischen Verdienste wurde er 1915 zum Companion des Distinguished Service Order (DSO) ernannt und war nach seiner Ernennung zum „Temporary Lieutenant-Colonel“ vom 2. Juni bis Oktober 1916 Erster Generalstabsoffizier der in Frankreich eingesetzten 56th (1/1st London) Division, wobei er in dieser Verwendung am 3. Juni 1916 den Brevet-Rang eines Oberstleutnants (Brevet Lieutenant-Colonel) erhielt. Im weiteren Kriegsverlauf war er zwischen Oktober 1916 bis zum 26. November 1917 Erster Generalstabsoffizier der Ersten Armee (First Army) in Frankreich sowie nach seiner Ernennung zum „Temporary Brigadier-General“ vom 27. November 1917 bis zum 14. März 1919 Brigadier im Generalstab des XI Corps, das in Italien und Frankreich zum Einsatz kam. Für seine Verdienste im Ersten Weltkrieg wurde er 1918 zum Companion des Order of St Michael and St George (CMG) ernannt.
Nach Kriegsende erhielt Brind am 1. Januar 1919 den Rang eines Brevet Colonel und war zwischen dem 15. März 1919 und dem 16. Dezember 1923 Leitender Generalstabsoffizier des Irlandkommandos (Irish Command), wobei er am 1. Januar 1920 zum „Temporary Colonel of Staff“ ernannt sowie am 7. April 1920 zum Oberst (Colonel) befördert wurde. Im Anschluss war er zu Beginn der Zwischenkriegszeit zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 1923 als Erster Generalstabsoffizier im Kriegsministerium (War Office) tätig und wurde 1923 zum Companion des Order of the Bath (CB) ernannt. Nach seiner abermaligen Ernennung zum „Temporary Colonel of Staff“ fungierte er vom 1. Juli 1923 bis zum 31. Juli 1925 im Kriegsministerium als stellvertretender Leiter für militärische Operationen und Aufklärung (Deputy Director of Military Operations & Intelligence, War Office). Im Anschluss wechselte er zur Garnison Aldershot und war dort zunächst zwischen dem 1. August 1925 und dem 9. Mai 1927 vorläufiger Colonel-Commandant der Royal Artillery sowie im Anschluss zwischen dem 10. Mai 1927 und dem 1. Juni 1928 Oberst im Stab beziehungsweise nach seiner abermaligen Ernennung zum „Temporary Brigadier“ vom 1. Juni 1928 bis zum 29. März 1930 Brigadegeneral im Generalstabsdienst des Aldershot-Kommandos. Daneben fungierte er zwischen dem 17. Dezember 1927 und dem 29. März 1930 auch als Aide-de-camp von König Georg V.
Nach seiner Beförderung zum Generalmajor (Major-General) am 30. März 1930 wurde John Brind nach Britisch-Indien versetzt und fungierte dort zunächst vom 1. April 1930 bis zum 6. September 1931 als Kommandeur der Royal Artillery im Hauptquartier der Britisch-Indischen Armee. Im Anschluss war er vom 7. September 1931 bis zum 20. Juli 1933 in Personalunion sowohl stellvertretender Chef des Generalstabes (Deputy Chief General Staff) als auch Leiter der Stabsdienste (Director of Staff Duties) im Hauptquartier der Britisch-Indische Armee. Nach seiner Rückkehr aus Britisch-Indien übernahm er am 21. Juli 1933 von Generalmajor Charles Bonham Carter den Posten als Kommandeur der 4. Infanteriedivision (4th Infantry Division) und hatte diesen bis zu seiner Ablösung durch Generalmajor James Dick-Cunyngham am 31. Mai 1935. In dieser Funktion war er zeitgleich zwischen dem 13. Dezember 1934 und dem 28. Februar 1935 Oberbefehlshaber der internationalen Streitkräfte im Saarland, wobei in dieser Zeit am 13. Januar 1935 die Volksabstimmung im Saargebiet stattfand. Er wurde am 1. März 1935 zum Generalleutnant (Lieutenant-General) befördert sowie am 3. Juni 1935 als Knight Commander des Order of the British Empire (KBE) nobilitiert, wodurch er fortan den Namenszusatz „Sir“ führte.
Anschließend fungierte Sir John Brind als Nachfolger von Walter Pitt-Taylor zwischen dem 21. September 1935 und seiner Ablösung durch Oswald Borrett am 5. März 1936 als Lieutenant of the Tower of London. Am 1. April 1936 wurde er erneut nach Britisch-Indien versetzt und war als Nachfolger von Sir Walter Leslie bis zum 11. Oktober 1937 Generaladjutant im Hauptquartier der Britisch-Indischen Armee (Adjutant-General, Army Headquarters India), woraufhin Sir Roger Wilson ihn ablöste. Am 23. Juni 1936 wurde er auch zum Knight Commander des Order of the Bath (KCB) erhoben und war des Weiteren vom 2. August 1936 bis zum 31. Dezember 1947 Colonel-Commandant der Royal Artillery. Er fungierte als Nachfolger von General Sir Ivo Vesey vom 12. Oktober 1937 bis zum 9. März 1941 Oberkommandierender des Südkommandos der Britisch-Indische Armee (General Officer Commanding in Chief, Southern Command India), woraufhin Sir Thomas Riddell-Webster ihn ablöste. In dieser Verwendung wurde er am 2. Februar 1939 zum General befördert und trat am 27. April 1941 in den Ruhestand.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brind, John |
| ALTERNATIVNAMEN | Brind, John Edward Spencer (vollständiger Name); James (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer General |
| GEBURTSDATUM | 9. Februar 1878 |
| STERBEDATUM | 14. Oktober 1954 |