John Dury

John Dury (oder John Durie; * 1596 in Edinburgh; † 28. September 1680 in Kassel) war ein schottischer presbyterianischer Theologe. Die Einigung von Lutheranern und Reformierten war seine Lebensaufgabe.

Leben und Wirken

Frühe Jahre

Durie war das vierte Kind von Robert Durie (1555–1616), einem Pfarrer der Church of Scotland, und dessen Frau Elizabeth Ramsey. 1606 wurde sein Vater aus Schottland verbannt und die Familie zog in die Niederlande.

Am 3. August 1611 schrieb sich Durie an der Universität Leiden ein. 1615 oder 1616 besuchte er die Hugenotten-Akademie in Sedan. Durie kehrte nach Leiden zurück und blieb vom September 1616 bis etwa März 1621 am dortigen wallonische College (Waalse College). Dort machte Durie die Bekanntschaft von Petrus Serrarius (1600–1669) und Henri Reneri (1593–1639). Zwischen 1621 und 1623 war er Hauslehrer der Familie des holländischen Kaufmanns Barthelemy Panhuysen, mit der er Frankreich bereiste. 1624 soll er an der University of Oxford studiert haben. Am 15. Oktober 1624 bestand er in Leiden das Examen als Proponent. Kurz darauf wurde Durie Prediger der verbotenen wallonisch-reformierten Kirche im katholischen Köln. Im Februar 1626 gab er diesen Posten auf und kehrt vermutlich nach Schottland zurück, wo seine Mutter wieder lebte.

Etwa 1627 hielt er sich Elbing auf, wo er Sekretär von Jacob Spens (1571–1632), dem englischen Botschafter in Schweden war. 1628 war Durie Pfarrer der dortigen Niederlassung der Company of Merchant Adventurers. In Elbing kam Durie in Kontakt mit Thomas Roe, Samuel Hartlib und Johann Amos Comenius, die sein weiteres Leben beeinflussten. Mit einer Empfehlung von Roe ließ sich Durie im Juni oder Juli 1630 in England nieder.

Mit finanzieller Unterstützung Roes brach Durie im Juli 1631 zu einer Reise durch Deutschland und Polen auf, wobei er hauptsächlich die durch den schwedischen König Gustav II. Adolf im Dreißigjährigen Krieg besetzten Gebiete besuchte. Im April 1633 war Durie bei der Gründung des Heilbronner Bundes zugegen. Im November 1633 kehrte er nach England zurück.

Am 24. Februar 1634 wurde Durie durch Bischof Joseph Hall zum Pfarrer der Church of England ordiniert. Im September 1634 nahm er am Konvent der protestantischen Fürsten in Frankfurt am Main teil. Anschließend hielt er sich bis Februar 1635 in den Niederlanden auf. Im Juli 1635 brach er zu einer sechs Jahre andauernden Reihe von Verhandlungsrunden auf. Bis Mai 1636 befand er sich in den Niederlanden, bis Juli 1638 in Schweden sowie anschließend in Norddeutschland. In Hamburg betraute ihn Roe gelegentlich mit Staatsangelegenheiten.

Während des englischen Bürgerkriegs

Im Mai 1642 wurde Durie zum Kaplan der neunjährigen Prinzessin Maria ernannt. Die Tochter von Karl I., die kurz zuvor mit Wilhelm II. Prinz von Oranien verheiratet worden war, hielt sich zu dieser Zeit in Den Haag auf. Im Mai 1644, wurde ihm erlaubt den Posten eines Pfarrers der English Merchant Adventurers in Rotterdam anzunehmen.

Im Februar 1645 heiratete er Dorothy Moore (geborene King, um 1613–1664). Ein 1649 geborener Sohn starb etwa 1656. Ihre gemeinsame Tochter Dora Katherina (1654–1677) heiratete 1668, vier Jahre nach dem Tod ihrer Mutter und mit dem Einverständnis ihres Vaters, den verwitweten Henry Oldenburg.

Im August 1645 gab er seinen Posten in Rotterdam auf und nahm seinen, bereits 1643 angebotenen, Sitz in der Westminstersynode ein. Zeitgleich war er Pfarrer an der Kathedrale von Winchester. Von 1647 bis 1649 war er Lehrer von Jakob, Elizabeth (1635–1650) und Henry, den jüngeren Kindern von Karl I.

Wirken im Commonwealth of England

Nach dem Ende des englischen Bürgerkriegs (1642–1649) und Errichtung des Commonwealth of England (1649–1660) forderte Durie in seiner Schrift Considerations concerning the present Engagement vom 27. November 1649 alle Bürger auf, den von der republikanischen Regierung geforderten Treueeid zu unterzeichnen. Seine Unterstützung der neuen Regierung brachte ihm 1650 unter Bulstrode Whitelocke (1605–1675) den Posten des stellvertretenden Verwalters der ehemaligen königlichen Bibliothek im St James’s Palace ein. 1652 war er auf einer dreimonatigen diplomatische Mission in Schweden. Von 1654 bis 1657 war Durie dauerhaft im Ausland. Er hielt sich, ausgestattet mit parlamentarischen Mitteln und persönlichen Empfehlungen von Oliver Cromwell, in der Alten Eidgenossenschaft, in Deutschland und in den Niederlanden auf.

Nach der Wiederherstellung der Monarchie

Nach der Proklamierung von Karl II. als neuer Monarch versuchte er vergeblich in A declaration of John Durie (1660) das neue Regime davon zu überzeugen, dass er im Herzen immer ein Royalist geblieben sei. Durie verlor sein Bibliotheksamt. Alle seine Anträge an das Königshaus mit Bitten um Unterstützung blieben unbeantwortet. Im Februar 1661 verließ Durie, ohne seine Familie, England. Er zog zunächst in die Niederlande, dann nach Deutschland und in die Schweiz.

1663 bot ihm Hedwig Sophie, die Landgräfin von Hessen-Kassel, Unterkunft und finanzielle Unterstützung an. Von Kassel aus nahm Durie weitere elf Jahre an protestantischen Kolloquien teil. Ein Besuch in Berlin im Jahr 1668 endete mit seiner Vertreibung aus dem Land Brandenburg durch Kurfürst Friedrich Wilhelm. Nach 1674 blieb Durie bis zu seinem Lebensende in Kassel.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Ältere

Alte

Einzelnachweise

  1. ↑ Charles Webster: In Times of Strife. Taylor Institution Library, Oxford 2023, ISBN 978-1-8384641-3-4, S. 4.
  2. ↑ M. Greengrass: "Durie [née King], Dorothy (c. 1613–1664). In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X; doi:10.1093/ref:odnb/55437 (Lizenz erforderlich), Stand: 2004.
Personendaten
NAME Dury, John
ALTERNATIVNAMEN Durie, John; Duraeus, Johannes
KURZBESCHREIBUNG schottischer presbyterianischer Theologe
GEBURTSDATUM 1596
GEBURTSORT Edinburgh
STERBEDATUM 28. September 1680
STERBEORT Kassel