John Fante

John Fante (* 8. April 1909 in Denver, Colorado; † 8. Mai 1983 in Woodland Hills, Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schriftsteller italienischer Abstammung.

Leben

John Fante Square in Bunker Hill, Los Angeles

John Fante wuchs als Sohn italienischer Immigranten in Colorado auf. 1932 veröffentlichte John Fante seine erste Erzählung. Gefördert wurde er dabei von dem Kritiker Henry Louis Mencken, mit dem sich eine langanhaltende Korrespondenz entwickelte. 1938 erschien Fantes erster Roman Wait until Spring, Bandini (dt. Warte bis zum Frühling, Bandini) und 1939 die Fortsetzung Ask the Dust (dt. Ich – Arturo Bandini). Dieser Roman hatte großen Einfluss auf den amerikanischen Dichter und Schriftsteller Charles Bukowski, der später über sein Vorbild sagte: „Fante war mein Gott.“

Ask the Dust erzählt die Geschichte des italienischstämmigen Arturo Bandini, der im Los Angeles der dreißiger Jahre versucht, als Schriftsteller zu leben. Er trinkt, ist ständig pleite und verliebt sich dann in die Kellnerin Camilla – eine Liebe, die in eine Hassliebe umschlägt.

Nach Ask the Dust erschienen weitere Romane, die jedoch nicht an dessen Erfolg anknüpfen konnten. Um Geld zu verdienen, arbeitete Fante daraufhin als Drehbuchautor in Hollywood. Sein Drehbuch Full of Life wurde 1952 für einen Oscar nominiert.

1978 erblindete Fante aufgrund einer seit 1959 bestehenden Zuckerkrankheit; bereits 1976 waren ihm beide Beine amputiert worden. Den letzten Roman Dreams from Bunker Hill diktierte er 1982 seiner Ehefrau Joyce. Als er 1983 im Sterben lag, war Charles Bukowski einer der regelmäßigen Besucher an seinem Krankenbett, er schilderte seine Eindrücke in dem Gedicht Tod eines Vorbilds. Erst nach seinem Tod wurden mehrere weitere Romane und Erzählsammlungen veröffentlicht.

Fantes Schreibstil zeichnet sich durch Klarheit und Nähe zur Umgangssprache aus.

Ehrungen

In Los Angeles ist ein Platz nach John Fante benannt. Der PEN verlieh ihm posthum 1987 den „Lifetime Achievement Award“ für sein Lebenswerk.

Werke

Einzelwerke

1. Wait until Spring, Bandini, 1938

Übers. Alex Capus: Warte bis zum Frühling, Bandini. 2004 ISBN 3-442-54196-4
Übers. Kurt Pohl: Hau ab, Bandini. 1989 ISBN 3-442-09401-1

2. Ask The Dust, 1939

Übers. Werner Waldhoff: Ich, Arturo Bandini. Maro, 1982; wieder mit Vorw. Charles Bukowski: Goldmann 1987 ISBN 3-442-08809-7; wieder 2003 ISBN 3-442-54185-9

3. Dreams from Bunker Hill, 1982

Übers. Alex Capus: Warten auf Wunder. Goldmann, München 2006 ISBN 978-3-442-46122-6
Übers. Karl H. Mayer, Barbara Pohl: Warten auf Wunder. Goldmann, München 1987 ISBN 3-442-08845-3
Übers. Doris Engelke: Gemischte Gefühle. 1992 ISBN 3-442-41193-9
Übers. Doris Engelke: Voll im Leben. 2018 ISBN 978-3-87512-482-8
Übers. Michael Kirchert: Unter Brüdern. 1987 ISBN 3-442-08919-0; wieder Maro, Augsburg 2019
postum
Übers. Doris Engelke: Sein Weg nach Los Angeles. 1991 ISBN 3-442-09499-2
Es war ein merkwürdiges Jahr. 1988 ISBN 3-442-09217-5
Übers. Alex Capus: 1933 war ein schlimmes Jahr. 2016 ISBN 978-3-351-05031-3
Übers. Doris Engelke: Westlich von Rom. 1990 ISBN 3-442-09785-1
Übers. Kurt Pohl, Karl H. Mayer: Eine Braut für Dino Rossi. 2002 ISBN 3-88288-017-1
Briefwechsel

Verfilmungen

Literarische Vorlage
Drehbuch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Stephen Cooper: Full of Life. A Biography of John Fante. New York 2000, S. 15f.
  2. ↑ Frank Schäfer: Wiederentdeckung von John Fante: Er befragte den Staub. In: Die Tageszeitung: taz. 3. August 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 3. Dezember 2019]).
  3. ↑ Aus: Roter Mercedes (Gedichte 1984–1986).
  4. ↑ = Wait until Spring, Bandini; Ask the Dust; Dreams from Bunker Hill
  5. ↑ Beispielhaft hier die unterschiedlichen Übersetzungen eines Abschnitts aus Dreams... = Warten auf Wunder, S. 60:
    Fante: „I went to the library. I looked at the magazines, at the pictures in them. One day I went to the bookshelves, and pulled out a book. It was ‚Winesburg, Ohio‘.“
    Mayer / Pohl: „Ich ging zur Bibliothek. Ich schaute die Illustrierten an, die Bilder darin. Eines Tages ging ich an die Bücherregale und zog ein Buch raus. Es war ‚Ohio‘ von Winesburg.“
    Neuübersetzung von Capus: „Ich ging zur städtischen Bibliothek, blätterte in Illustrierten, schaute mir die Bilder an. Eines Tages kam ich an den Bücherregalen vorbei und zog ein Buch heraus. Es war ‚Winesburg, Ohio‘ von Sherwood Anderson.“