
John Cunningham Lilly (* 6. Januar 1915 in St. Paul, Minnesota; † 30. September 2001 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Biologe und Neurophysiologe. Bekannt wurde Lilly zunächst für die Erfindung des Isolationstanks (Floating-Tank) und durch seine Forschungsarbeiten über Delfine und deren Sprache.
Später versuchte er – hauptsächlich im Selbstversuch – mit Hilfe von LSD und anderer Drogen wie Ketamin menschliche Bewusstseinsebenen zu erkunden. Als Erklärungsmodell benutzte er dabei den sogenannten menschlichen Biocomputer.
John C. Lilly absolvierte ein Studium der Biologie am California Institute of Technology und wurde 1942 an der University of Pennsylvania promoviert. Er initiierte und leitete Forschungsprojekte u. a. auf den Gebieten der Biophysik und Neurophysiologie, wobei sein Hauptinteresse der Frage nach der Struktur des menschlichen Bewusstseins galt.
1961 nahm John Lilly an der ersten SETI-Konferenz in Green-Bank teil.
Lilly betrieb bis in die 1970er Jahre anerkannte wissenschaftliche Forschungen im Grenzbereich zwischen Biochemie, Neurophysiologie, Verhaltensphysiologie und Psychologie. Seine späteren Publikationen konzentrierten sich zunehmend auf Theoriebildungen zum Bewusstsein. Lillys Beiträge zur Biologie und dem Verhalten der Delfine sind von wissenschaftlicher Bedeutung. Seine spätere Arbeit hat in der New-Age-Szene Beachtung gefunden.
1987 adoptierte Lilly vier erwachsene Personen: Nina Castelluccio, Lisa Lyon, Barbara Clarke und Philip H. Bailey.
In den sechziger Jahren sorgte Lilly für internationales Aufsehen, als er Delfinen Englisch beibringen wollte. Er prophezeite, in zehn Jahren werde die Menschheit mit Delfinen sprechen können. Sein Forschungsprojekt wurde mit mehreren Millionen Dollar von der Nasa unterstützt. Das Forschungszentrum auf der Insel St. Thomas wurde schließlich wegen Erfolglosigkeit aufgelöst. Von diesem Projekt handelt der für die BBC gedrehte Dokumentarfilm The Girl Who Talked to Dolphins von 2014.
In seinem Buch: Programming and Metaprogramming in the Human Biocomputer ein Auszug seiner Erkenntnisse (Seite 5):


„Höhlengleichnis: Einige Menschen sind von Geburt an in einer Höhle so festgebunden, dass sie dem Licht ständig den Rücken zukehren und immer nur auf eine schwach angeleuchtete Höhlenwand blicken können. Alles, was sich hinter ihnen abspielt, wirft einen Schatten an die Wand. Da sie nichts anderes wahrnehmen, halten die Menschen diese Schattenbilder für die wirklichen Dinge. Dies bleibt auch so, als einer von ihnen, der losgebunden wurde, von draußen in die Höhle zurückkehrt und den anderen über die wahren Verhältnisse Aufschluss zu geben versucht.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lilly, John Cunningham |
| ALTERNATIVNAMEN | Lilly, John C. |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Neurophysiologe |
| GEBURTSDATUM | 6. Januar 1915 |
| GEBURTSORT | St. Paul (Minnesota) |
| STERBEDATUM | 30. September 2001 |
| STERBEORT | Los Angeles, Kalifornien |