John Ray

John Ray, Ölgemälde eines unbekannten Künstlers (etwa 1685–1690)
Titelseite des ersten Bandes von Rays Historia Plantarum (1686)
Schlüssel zur Systematik von Ray in Linnés Classes Plantarum von 1738.
Gedenkstätte auf dem Friedhof der Kirche St Peter and St Paul in Black Notley

John Ray (* 29. November 1627 in Black Notley, Braintree, Essex; † 17. Januar 1705 ebenda) war ein britischer Theologe, Altphilologe und Naturforscher und wird als „Vater der englischen Botanik“ bezeichnet. Ray veröffentlichte Werke zur Naturkunde von Tieren und Pflanzen sowie über Physikotheologie. Vor 1670 schrieb er sich „John Wray“. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Ray“.

Leben

Ray ist das dritte Kind des Grobschmieds Roger Wray (1594–1655) und dessen kräuterkundigen Frau Elizabeth (ca. 1600–1679). Er wurde am 6. Dezember 1627 in der Kirche von Black Notley getauft. In Braintree besuchte Ray die dortige Grammar School. Am 12. Mai 1644 begann er seine Ausbildung am Trinity College in Cambridge, wechselte jedoch dort schon am 28. Juni auf das College Catharine Hall, wo er Schüler von Daniel Duckfield († 1645) wurde. Nach dem Tod von Duckfield wurde Ray am 21. November 1646 als „Sizar“ erneut am Trinity College zugelassen. James Duport (1606–1679) wurde nun sein Lehrer.

Wirken

In seinem dreibändigen Werk Historia generalis plantarum (1686–1704) fasste Ray die botanischen Ergebnisse seiner Reise durch Westeuropa von 1663 bis 1666 mit rund 18.000 Beschreibungen von etwa 6000 Arten zusammen. Seine Arbeit als Tier- und Pflanzensystematiker lieferte eine Grundlage für die Linnéische Systematik. Insbesondere schuf seine Methode der Systematisierung nach morphologischen Merkmalen ein neues System der Botanik und begründete eine natürliche Klassifikation.

1671 isolierte Ray als erster Forscher die Ameisensäure, indem er eine große Anzahl von Ameisen destillierte.

Er unterschied 1682 in Methodus plantarum nova die ein- und zweikeimblättrigen Pflanzen voneinander und führte für sie die Begriffe „Monokotyledonen“ und „Dicotyledonen“ ein. 1696 beschrieb Ray die in einem englischen Garten gefundene Pfefferminze (Mentha ×piperita).

Nach Francis Willughbys Tod im Jahr 1672 bearbeitete er dessen zoologischen Nachlass über Vögel (Ornithologiae 1676), Fische (De historia piscium 1686) und Insekten (Historia insectorum 1710, herausgegeben von William Derham).

Ehrungen

Charles Plumier benannte ihm zu Ehren eine Gattung Ian-raia der Pflanzenfamilie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae). Carl von Linné änderte später diesen Namen in Rajania.

Auf Vorschlag von John Wilkins wurde Ray am 7. November 1667 Mitglied („Fellow“) der Royal Society.

Die Ray Society, die Bücher zur Biologie in Großbritannien veröffentlicht, wurde nach ihm benannt.

Schriften (Auswahl)

Briefe

Literatur

Historische

Moderne

Einzelnachweise

  1. ↑ John Ray: Synopsis methodica stirpium Britannicarum. 2. Auflage, London 1696, S. 124, Nr. 5 (online).
  2. ↑ John Ray: Synopsis methodica stirpium Britannicarum. 3. Auflage, London 1724, S. 234, Nr. 7 (online, Tafel 10, Abb. 2).
  3. ↑ Charles Plumier: Nova Plantarum Americanarum Genera. Leiden 1703, S. 33–34 (online).
  4. ↑ Carl von Linné: Critica Botanica. Leiden 1737, S. 94.
  5. ↑ Carl von Linné: Genera Plantarum. Leiden 1742, S. 479.
  6. ↑ Eintrag zu Ray; John (1627–1705) im Archiv der Royal Society, London
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