John Rutty

John Rutty (* 25. Dezember 1697 in Melksham; † 24. April 1775 in Dublin) war ein englischer Mediziner, Chemiker und Naturforscher.

Leben

Rutty wurde als Sohn eines gleichnamigen Kaufmanns, unweit von Wiltshire geboren. Er stammte aus einer alteingesessenen Familie, welche der religiösen Gemeinschaft der Quäcker angehörte. In jenem Umkreis erhielt er seine erste Prägung und Ausbildung. 1719 begann er in London ein Studium der Medizin aufzunehmen. Angezogen vom großen Ruf eines Herman Boerhaave, immatrikulierte er sich am 14. März 1722 an der Universität Leiden. In Leiden promovierte er am 23. Juli 1723 mit dem Thema de Diarrhoea zum Doktor der Medizin. 1724 ließ er sich im irischen Dublin nieder, wo er am dortigen Hospital bis zu seinem Lebensende wirkte. Sein Leichnam wurde auf dem St. Stephen’s Green Friedhof begraben.

In Dublin entwickelte Rutty eine umfangreiche Autorentätigkeit. So befasste er sich unter anderem mit der Geschichte der Quäcker in Irland, in der Zeit von 1653 bis 1751. Er stellte die Mineralwasserquellen der britischen Inseln dar und untersuchte deren Inhaltsstoffe. Auch waren die gegenseitigen Wechselbeziehungen zwischen Wetter und den auftretenden Krankheiten Gegenstand seiner Untersuchungen. Ebenfalls wäre hier, im medizinischen Kontext, ein Werk in lateinischer Sprache zu nennen, worin er sich mit den medizinischen Drogen beschäftigte. 1765 beschrieb er den Karamellartigen Geruch des Rückstandes von verdampften diabetischen Urin und den Zuckergeschmack desselben. Somit gab er weiteren Aufschluss über die Zuckerkrankheit. Erwähnenswert ist auch das 1772 erschienenes zweibändiges Werk über die Naturgeschichte des Gebietes um Dublin. 1756 wurde Rutty Mitbegründer der medizinisch philosophischen Gesellschaft in Dublin (Medico-Philosophical Society). William Henry Harvey benannte nach ihm einige Arten der Akanthusgewächse.

Werke

Posthume Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Harold Fassnidge: Dr. John Rutty of Melksham Wiltshire. In: E. Charles Nelson: Occasional Paper. Botanic Gardens, Dublin, 1996, No. 8.
  2. ↑ W. N. du Rieu: Album Studiosorum Academiae Lugduno Batavae MDLXXV - MDCCCLXXV. Martin Nijhoff, Den Haag, 1925, S.p. 879
  3. ↑ Philipp Christiaan Molhuysen: Album Promotorum Academiae Lugdono Batavae. Den Haag, 1913–1924, S. 285