Leben
Behmann war ein Sohn Anton und Maria Barbara Behmanns geb. Hammerer. Von 1895 bis 1898 erlernte er in der väterlichen Werkstatt das Tischler- und Orgelbauerhandwerk. Im Jahr 1898 setzte er seine Ausbildung bei Friedrich Weigle in Echterdingen fort – mit einem Hauptaugenmerk auf neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der pneumatischen Trakturen.
Ab 1901 war Behmann wieder bei seinem Vater tätig, seit 1907 als Werkmeister, und wuchs dort allmählich in die Führungsrolle hinein. 1911 ging die Firma durch Kauf ganz an ihn über und firmierte ab dann als Josef Behmann, vorm. Anton Behmann.
Unter Behmanns Leitung waren in dem Betrieb, dem auch eine Metallpfeifenwerkstatt angeschlossen war, in Spitzenzeiten bis zu 24 Mitarbeiter angestellt. Zu diesen gehörten auch seine beiden Brüder Ignaz und Alois. Nach dem Ersten Weltkrieg, als überwiegend nur noch Aufträge für Reparaturen und den Ersatz eingezogener Prospektpfeifen eingingen, schrumpfte die Anzahl der Beschäftigten vorübergehend auf fünf bis sechs. Von Frühjahr 1915 bis Spätjahr 1918 stand das Geschäft sogar gänzlich still, desgleichen waren die Werkstätten auch zwischen 1922 und 1924 an eine Tischlerei vermietet.
Behmann – ein guter Klavierspieler – blieb unverheiratet und kinderlos. Seine Firma bestand nach seinem Tod unter seinen Brüdern noch eine Zeit lang weiter und richtete vor dem Zweiten Weltkrieg ein Kooperationsangebot an den Konkurrenten Rieger Orgelbau. Dessen Leiter Josef von Glatter-Götz (1880–1948) kam nach der Vertreibung aus Jägerndorf (Krnov) 1945 darauf zurück, siedelte nach Schwarzach über und pachtete dort von 1946 bis zum Umzug in einen Neubau 1972 die damals schon leerstehenden Werkstätten. Das Firmenarchiv ging später an den österreichischen Denkmalpfleger Hans Nadler (siehe Literatur) über.