
Josef Hudetz (* 7. August 1842 in Wien; † 16. Dezember 1909 ebenda) war ein österreichischer Architekt.
Der Sohn eines Schneidermeisters besuchte das Wiener Polytechnikum und studierte anschließend Mitte der 1860er Jahre an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Eduard van der Nüll. Nach dem Abschluss unternahm Hudetz eine längere Studienreise durch Italien und Deutschland.
Zunächst als selbstständiger Architekt in Wien tätig, war er von 1872 bis 1875 bei der Union-Baugesellschaft angestellt. Danach arbeitete Hudetz wieder selbstständig, blieb aber dennoch in engem Kontakt zu seiner ehemaligen Arbeitgeber. Er beteiligte sich auch an vielen Architekturwettbewerben, die ihm Aufträge außerhalb Wiens einbrachten, und publizierte verschiedene stadtplanerische Vorschläge.
Josef Hudetz war Gründungsmitglied der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens und dort in zahlreichen Komitees und als Juror tätig.
Als Architekt war Hudetz von seinem Lehrer Eduard van der Nüll geprägt. Seine Bauten sind durchwegs im späthistoristischen Stil errichtet. Er entwarf zunächst in Formen der Wiener Neorenaissance, später auch im Neobarock. Neben Wohnhäusern entstanden auch öffentliche Gebäude und Fabriken nach seinen Plänen.
Da Hudetz bei der Union-Baugesellschaft mit der Gestaltung ganzer Häuserblocks befasst war, führte ihn diese Tätigkeit auch zu stadtplanerischen Überlegungen. Er beteiligte sich an der Diskussion eines neuen Wiener Generalregulierungsplans und machte Vorschläge zur Neugestaltung des Stubenviertels, des Karlsplatzes und zu einer neu zu schaffenden Achse quer durch die Innere Stadt. Außerdem machte er sich für die Idee einer pneumatischen Beförderung der Leichen zum neuen Wiener Zentralfriedhof stark, da dieser damals weitab des Stadtzentrums lag und verkehrstechnisch schlecht zu erreichen war.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hudetz, Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Architekt |
| GEBURTSDATUM | 7. August 1842 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 16. Dezember 1909 |
| STERBEORT | Wien |