
Josef Krieg (* 28. März 1965 in Marl) ist ein deutscher politischer Berater und Autor sowie ehemaliger Hochschuldozent an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.
Der Christdemokrat war in seiner politischen Laufbahn Pressesprecher für die Landesvorsitzende Angela Merkel in Mecklenburg-Vorpommern, persönlicher Referent von Heiner Geißler, sicherheitspolitischer Sprecher des Verteidigungsministeriums und Persönlicher Referent des Bundesministers der Verteidgung, Volker Rühe, später Leiter des Medienreferates. Anschließend verantwortete er u. a. die Kommunikation der Robert-Bosch-Stiftung sowie der Stiftung Mercator, bevor er sich als Berater für Kommunikation und Nachhaltigkeit sowie Fachautor selbständig machte.
Josef Krieg studierte politische Wissenschaften, Katholische Theologie und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie an der Universität Fribourg in der Schweiz.
1991 wurde er persönlicher Assistent des Stv. Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Heiner Geißler. Nach zwei Jahren wechselte er als persönlicher Referent zur Parlamentarischen Staatssekretärin Cornelia Yzer im Bundesministerium für Frauen und Jugend. Zwischen 1993 und 1995 arbeitete Krieg als Pressesprecher der damaligen Landesvorsitzenden Angela Merkel und der dortigen CDU in Schwerin. Ab 1995 war er im Bundesministerium der Verteidigung tätig, zunächst als sicherheitspolitischer Sprecher und später als persönlicher Referent sowie stellvertretender Büroleiter des Bundesministers der Verteidigung, Volker Rühe. Zuletzt leitete er zunächst auf der Bonner Hardthöhe und später im Bendlerblock in Berlin den Arbeitsbereich Medien mit dem Presse- und Informationsstab des Ministeriums.
Von 2004 bis 2008 war Krieg Leiter der Kommunikation der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart. 2008 wechselte er zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er zunächst die Unternehmenskommunikation und den F.A.Z.-Hochschulanzeiger leitete. Später war er Leiter Neue Geschäftsfelder und Geschäftsführer der F.A.Z. Executive School. 2016 übernahm er die Leitung der Kommunikation der Stiftung Mercator in Essen.
Zwischen 2017 und 2023 beriet er die BASF-Vorständin Saori Dubourg in Fragen strategischer Kommunikation und entwickelte den Zukunftsdialog „Über_Morgen“. Seit 2020 führt Krieg eine eigene Kommunikationsberatung in Stuttgart, seit 2024 ist er Mitgesellschafter einer Nachhaltigkeitsberatung in Bielefeld für den Bereich Profisport.
Krieg war eine prägende Persönlichkeit der Kommunikation der Streitkräfte in der Ära der Verteidigungsminister Volker Rühe und Rudolf Scharping. Er baute die digitale Kommunikation des Ministeriums seit 1997 auf und schuf dort die erste Internetredaktion, die bis zum Ende seiner Zeit im BMVg im Jahr 2004 auf mehr als 200 Personen anwuchs. Er verantwortete als Referatsleiter im Bereich Medien auch die ministerielle Kommunikation, u. a. beim Bundeswehreinsatz im Jugoslawien-Krieg. In seinem Buch „Vom Wert der Lüge“ reflektiert er diese Zeit, insbesondere die staatliche Desinformationskampage rund um den Hufeisenplan kritisch.
Von 2014 an lehrte Krieg an der Zeppelin Universität Friedrichshafen politische Kommunikation mit dem Schwerpunkt „Organisationskommunikation“ und war Gastforscher im Forschungsbereich „Zukunft der Unternehmenskommunikation im digitalen Umfeld“. In dieser Zeit stieß er mit dem Kommunikationswissenschaftler Prof. Markus Rhomberg über einen Debattenbeitrag in der Süddeutschen Zeitung eine Diskussion zur Reform von ARD und ZDF an. Der Vorstoß beinhaltete die Fusion der beiden öffentlich-rechtlichen Sender zu einer digitalen Plattform. Inhaltlich solle deutlich weniger Sport und Unterhaltung gezeigt werden, und in ihrer journalistischen Programmatik sollten sie „zwingend politischer werden: investigativ und aufklärend, provozierend und nicht skandalisierend“. In der Folge sollte dadurch auch eine Senkung der Rundfunkbeiträge erfolgen. Im Zuge der Debatte setzten sich die Autoren auch für eine nationale Medienstiftung ein.
Neben seiner Beratungs- und Lehrtätigkeit veröffentlichte Krieg Essays und Fachbeiträge zu gesellschaftlichen und medienpolitischen Themen. Publizistisches Hauptthema von Krieg sind Themen um die Informationslandschaft, insbesondere die Entwicklung des Pressewesens. Dazu veröffentlichte er im Jahr 2025 seinen Essay „Vom Wert der Lüge“ im Münchener Claudius-Verlag. Kernthese ist die Notwendigkeit des Etablierens neuer digitaler Räume als Dialogorte der Gesellschaft. Zudem plädiert er für eine europäische Social-Media-Plattform als Alternative zu den großen US-amerikanischen Plattformen.
| Personendaten | |
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| NAME | Krieg, Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher politischer Berater und Autor sowie Hochschuldozent an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen |
| GEBURTSDATUM | 28. März 1965 |
| GEBURTSORT | Marl |