Josef Lothar Entres (auch Joseph; * 22. Juni 1883 in Würzburg; † nach 1945) war ein deutscher Psychiater.
Er studierte Medizin und promovierte 1907 an der Universität Würzburg. Von 1908 bis 1916 arbeitete er an der Heil- und Pflegeanstalt Werneck, danach als Oberarzt an der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing. 1928 wurde er zum Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Werneck bestimmt. 1933 geriet Entres als bekennender Katholik in Konflikt mit der NSDAP. Er wurde verhaftet und in Bamberg vor Gericht gestellt. Zum Januar 1935 wurde er als Direktor an die Heil- und Pflegeanstalt Kutzenberg zwangsversetzt, wo er bis zu deren Auflösung 1946 wirkte.
Entres war ein Schüler des Eugenikers Ernst Rüdin. Sein Spezialgebiet war die Chorea Huntington. Unter seinem Direktorium wurden in Kutzenberg Sterilisierungen und – gegen seinen Willen – Abholungen zur Ermordung von Patienten im Rahmen der Aktion T4 durchgeführt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Entres, Josef Lothar |
| ALTERNATIVNAMEN | Entres, Joseph Lothar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Psychiater |
| GEBURTSDATUM | 22. Juni 1883 |
| GEBURTSORT | Würzburg |
| STERBEDATUM | nach 1945 |