Joseph Redlich

Joseph Redlich (* 28. Juli 1857 in Breslau; † 2. Mai 1943 in Bad Homburg vor der Höhe) war ein deutscher Architekt, preußischer Baubeamter und Hochschullehrer.

Leben

Joseph Redlich war ein Sohn des Breslauer Pferdehändlers Isaak Redlich und dessen Ehefrau Friederike. Er studierte Architektur und begann nach dem bestandenen ersten Staatsexamen den Vorbereitungsdienst als Regierungsbauführer (Referendar). 1895 trat er nach dem bestandenen zweiten Staatsexamen als Regierungsbaumeister (Assessor in der öffentlichen Bauverwaltung) in den Staatsdienst ein.

Von 1899 bis 1901 war bei den Neubauten der Charité in Berlin unter Georg Diestel für die Ausführung der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik und der Charité-Kapelle zuständig. 1903 wurde er nach Memel versetzt und 1904 in Königsberg zum Bauinspektor ernannt. 1910, inzwischen in Rixdorf bei Berlin wohnend, wurde ihm der Charakter eines Baurats mit dem persönlichen Rang der Räte vierter Klasse verliehen.

Von 1913 bis 1922 lehrte er als Privatdozent an der Technischen Hochschule Charlottenburg (ab 1919 Technische Hochschule Berlin) Städtebau, Baupolizeiordnung und Baurecht. 1918 wurde er zum Regierungs- und Baurat ernannt und zum Wohnungsaufsichtsbeamten für den Landespolizeibezirk Berlin, den Regierungsbezirk Potsdam und den Regierungsbezirk Frankfurt bestellt. Beim Oberpräsidium in Berlin-Charlottenburg wurde er 1922 zum Oberbaurat ernannt und noch im selben Jahr in den Ruhestand versetzt.

1914 starb seine Ehefrau Emilie Redlich geb. Noack. Redlich zog nach Bad Homburg, wo er 1943 starb. In der Sterbeurkunde vom 3. Mai 1943 wurde nachträglich zu seinem Vornamen Josef der Zusatz „Israel“ eingefügt. Auf der Sterbeurkunde befindet sich auch ein Vermerk des Amtsgerichts Frankfurt am Main, dass Josef Redlich am 15. März 1910 aus dem Judentum ausgetreten sei.

Schriften

Ehrungen

1914 wurde Redlich mit der Denkmünze für verdienstvolle Leistungen im Bau- und Verkehrswesen in Bronze ausgezeichnet.

Einzelnachweise

  1. ↑ Bad Homburg I, Sterberegister, 1851–1958, 1943, Urkunde Nr. 131. [Ancestry.com]
  2. ↑ Amtliche Mitteilungen. In: Centralblatt der Bauverwaltung. Nr. 47, 1895, S. 489 (zlb.de).
  3. ↑ Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 27, 1903, S. 165 (zlb.de).
  4. ↑ Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 43, 1904, S. 274 (zlb.de).
  5. ↑ Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 97, 1910, S. 629 (zlb.de).
  6. ↑ Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 65, 1918, S. 317 (zlb.de).
  7. ↑ Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 69, 1922, S. 413 (zlb.de).
  8. ↑ Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 89, 1922, S. 545 (zlb.de).
  9. ↑ Standesamt Berlin-Lichterfelde, Sterberegister 1924, Urkunde Nr. 434. [Ancestry.com]
  10. ↑ Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 8, 1914, S. 62 (zlb.de).
Personendaten
NAME Redlich, Joseph
ALTERNATIVNAMEN Redlich, Josef
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt, preußischer Baubeamter und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 28. Juli 1857
GEBURTSORT Breslau
STERBEDATUM 2. Mai 1943
STERBEORT Bad Homburg vor der Höhe