Dettlinger wurde bei Wilhelm Walliser (1831–1898) ausgebildet und machte sich 1896 selbstständig. Dettlingers Freiburger Werkstatt in der Deutschordensstraße 5 in Freiburg-Neuburg wurde von seinem Sohn Josef Georg Dettlinger (1898–1975) und seinem Enkel Josef Konrad Dettlinger (1930–2008) fortgeführt und besteht unter dem Namen „Dettlinger Bildhauer-Atelier Nachf. Helmut Kubitschek“ weiter.
Werk
Madonna am Grabmal der Architektenfamilie MeckelHeilig-Grab-Altar der Ulmer Georgskirche
Dettlinger arbeitete häufig mit dem Freiburger Architekten Max Meckel und dessen Sohn Carl Anton Meckel zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstanden viele Werke Dettlingers, an denen teilweise auch die Freiburger Kirchenmaler Carl Philipp Schilling und Franz Schilling beteiligt waren:
Flügelaltäre, Kanzel, Beichtstühle und Taufstein für die Heiliggeistkirche zu Basel
Marienfigur für die Grabstätte der Meckels auf dem Freiburger Hauptfriedhof
Lebensgroße Apostelfiguren in der Sinzheimer Kirche St. Martin mit jeweils 2,15 Metern Höhe
Für die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt im Ehrenkirchener Ortsteil Kirchhofen schuf er, neben dem Herz-Jesu-Altar, einen Zyklus von Apostelfiguren nach dem Vorbild des Meisters von Blutenburg. Lediglich die Figuren von Petrus und Paulus stammen von seinem Kollegen Fidel Sporer.
Für die Freiburger Georgskirche kopierte Dettlinger den spätgotischen Flügelaltar aus der Kirche Heiliges Kreuz in Kaysersberg im Elsass. Er war im Jahr 1518 von Hans Bongart aus Colmar gefertigt worden. Motive hiervon verwendete Dettlinger für den Kreuzweg in der Pfarrkirche Unserer Lieben Frau in der Karlsruher Südstadt, die weitere Werke Dettlingers enthält. Eine Kopie des Kreuzwegs befindet sich in der Hausacher Stadtkirche St. Mauritius. Die Kirche St. Francis Xavier in der Pfarrei Lavender Bay im australischen Sydney besitzt einen Kreuzweg Dettlingers aus den 1860er-Jahren.
1930 stattete er die Marienkapelle in Badenweiler mit einem Altar aus.
Für den frühbarocken linken Seitenaltar der ehemaligen Wilhelmiten-Klosterkirche in Oberried bildete Dettlinger 1932 eine spätgotische Figur in der Pfarrkirche St. Felix und Regula in Reute nach.
Weitere Werke Dettlingers sind das Kreuz im großen Sitzungssaal des Erzbischöflichen Ordinariats in Freiburg, das Mittelstück der Weihnachtstafel zum Hochaltar der Schlosskapelle Stegen, heute im dortigen Schloss, sowie der Hochaltar des Kirchleins im Bonndorfer Ortsteil Brunnadern. Die Konstanzer Kirche St. Stephan erhielt von Dettlinger im Zuge der Innenrenovation von 1905 bis 1917 sechs geschnitzte Hochreliefs für die neue Decke aus Lärchenholz. Zu der gut erhaltenen, vorwiegend aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts stammenden Ausstattung der Pfarrkirche St. Hilarius in Bollschweil trug Dettlinger nach 1905 einen kreuztragenden Jesus, eine Ölberggruppe, eine Pietà sowie Statuen der heiligen Antonius von Padua und Franz von Assisi bei. Die Heilig-Kreuz-Kirche in Knielingen, einem Stadtteil von Karlsruhe, erhielt 1925 eine Maria aus Dettlingers Werkstatt. In der Kirche St. Vinzenz in Liel hängen an der Stirnwand des Altarraums zwei von ihm geschaffene Skulpturen von Maria und Johannes zuseiten eine Missionskreuzes.
Literatur
Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X.
↑Manfred Hildenbrand, Werner Scheurer: Heinrich Hansjakob (1837–1916). Festschrift zum 150. Geburtstag, Selbstverlag der Stadt Haslach i. K., 1987, S. 67.
↑Michael Klant: Vergessene Bildhauer. In: ders. (Hrsg.): Skulptur in Freiburg. Band 2: Kunst des 19. Jahrhunderts im öffentlichen Raum. Modo, Freiburg 2000, ISBN 3-922675-77-8, S. 164–172, insbesondere S. 169.
↑Werbetext für den Vortrag über Josef Dettlinger, den Werner Brunner am 18. November 2010 in Teningen für die Volkshochschule hielt.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.193.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.217f.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.263.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.348f.
↑Werner Wolf-Holzäpfel: Münster St. Jakobus im Schwarzwald, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2010, ISBN 978-3-89870-609-4.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.352.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.354.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.362.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.364.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.365.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.368.
↑Werner Wolf-Holzäpfel:Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S.386.
↑Bernd Mathias Kremer: Wie für die Ewigkeit gebaut. Das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg wird 100 Jahre alt, Konradsblatt Nr. 48 vom 26. November 2006.
↑Manfred Müller und Claudius Heitz: Schlosskapelle Stegen, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2015, ISBN 978-3-89870-941-5, S. 21.