Joseph Lorich

Joseph Lorich (* frühes 16. Jahrhundert; † 1574 in Kassel) war ein Jurist und Hochschullehrer.

Familie

Lorich wurde als Sohn des Johann Lorich (1465—nach 1523), Keller in Hadamar, und dessen Ehefrau Ann geb. Doring in eine in der Gegend um Hadamar einflussreiche Gelehrten- und Beamtenfamilie geboren. In späteren Jahren nutzte er meist den latinisierten Namen „Josephus Lorichius“. Seine Brüder Gerhard Lorich und Reinhard Lorich (1510–1564) schlugen ebenfalls die Gelehrtenlaufbahn ein, letzterer als protestantischer Theologe.

Im Jahre 1544 heiratete er Magdalena Furster († 1588), Tochter Ludwig Fursters, ehemaliger (1515–1521) Kanzler des Fürstentums Lüneburg und des Erzbistums Trier (1524–1528), und von Mai 1524 bis zu seinem Tod Rat und Burgmann in Kassel. Ein Sohn Justus ist namentlich im August 1589 belegt und verstarb 1611.

Leben

Joseph Lorich erhielt seine akademische Ausbildung am Gymnasium Philippinum, einem 1527 gegründeten Pädagogium in Marburg, und anschließend an der dortigen Philipps-Universität. Nach Abschluss des Studiums wurde er zunächst Lehrer am Pädagogium. 1543 wurde er ordentlicher Professor für Geschichte an der Philipps-Universität.

Nachdem er 1544 Magdalena Furster aus Kassel geheiratet hatte, zog er 1548 nach Kassel. Dort wurde er 1550 Mitglied der Kaufmannsgilde „Hansegreben“, war wohl gleichzeitig juristischer Ratgeber oder Anwalt verschiedener Auftraggeber. 1553 ist er als landgräflich-hessischer Abgesandter an Herzog Philipp Magnus von Herzogtum Braunschweig-Lüneburg aktenkundig. 1556 und 1562 ist er als Ratsherr und Schöffe in Kassel bekundet. 1557 wird er erstmals als dortiger Stadtschreiber und kaiserlicher Notar erwähnt, und beide Ämter hatte er noch mindestens bis 1572 inne.

Nach der hessischen Landesteilung von 1567 unter den vier legitimen Söhnen des Landgrafen Philipp I. von Hessen bestellte ihn Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels zum „Rat und Diener von Haus aus“ am neuen „Samtrevisions- und Oberappellationsgericht“ in Kassel, dem gemeinsamen Appellationsgericht der nunmehr vier hessischen Landgrafschaften. In dieser Bestallung war er noch bis mindestens November 1571.

Joseph Lorich wird gemeinhin als katholisch geführt, was aber angesichts seiner Lehrtätigkeit an der protestantischen Universität Marburg zumindest ungewöhnlich wäre.

Fußnoten

  1. ↑ Nach der Aufteilung des Landes im Jahre 1567 führten die Söhne Landgraf Philipps I. das bisherige Hofgericht als gemeinsames „Samthofgericht“ weiter und schufen gleichzeitig das neue Revisions- und Appellationsgericht. (Rainer Polley: Das Samthofgericht und das Samtrevisions- und Oberappellationsgericht im Gefüge weiterer Samtinstitutionen nach der hessischen Landesteilung von 1567. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Band 123, Kassel, 2018, S. 111-138).

Literatur

Personendaten
NAME Lorich, Joseph
ALTERNATIVNAMEN Josephus Lorichius; Josephus Lorichius Hadamarius
KURZBESCHREIBUNG Jurist und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 16. Jahrhundert
STERBEDATUM 1574
STERBEORT Kassel