Joseph M. Piel

Joseph Maria Piel (* 8. Juni 1903 in Mörchingen, Kreis Forbach, Bezirk Lothringen, Reichsland Elsaß-Lothringen, Deutsches Kaiserreich; † 28. Mai 1992 in Trier) war ein deutscher Romanist.

Leben und Werk

Joseph M. Piel wuchs in Lothringen und in Trier auf und studierte Romanische Philologie in Freiburg, Berlin und Bonn. Er promovierte als Schüler von Wilhelm Meyer-Lübke in Bonn über Die Mundart von Courtisols bei Châlons s. M. (Halle 1929). 1926 wurde er Lektor an der Universität Coimbra, ab 1938 dort Professor für Romanische Philologie. Von 1953 bis zu seiner Emeritierung 1968 war er Ordinarius in Köln, dann, bis 1978, an der Universität Lissabon und anschließend Honorarprofessor an der Universität Trier. Die Ehrendoktorwürde erhielt er von den Universitäten Coimbra (1951), Santiago de Compostela (1978) und Lissabon (1981). Er war korrespondierendes Mitglied der Academia das Ciências (Lissabon) und der Academia de História (Lissabon) sowie Ehrenmitglied der Real Academia Galega (Santiago de Compostela). Bereits 1954 wurde er als Comendador in den Orden von Sant’Iago da Espada aufgenommen.

In seiner Lehrtätigkeit in Coimbra, Köln, Lissabon und Trier hat Piel Vorlesungen zur historischen Linguistik der Romania gehalten und Seminare über die sprachliche Entwicklung – etymologisch, morphologisch und phonetisch – im Altfranzösisch/Provenzalisch, Spanisch, Portugiesisch/Galicisch geleitet. Dazu die Tutorenobhut über Examinanden, Doktoranden, Assistenten und anderen wissenschaftlichen Mitarbeitern. Bei internationalen Kongressen, den fachübergreifenden und den speziellen, wirkte er stets in Kommissionen mit und beteiligte sich außerdem mit unzähligen wissenschaftlichen Beiträgen.

Die Sprachgeschichte des Portugiesischen und Galicischen – vom Latein über Vulgärlatein zu der ersten nachgewiesenen sprachlichen Eigenständigkeit, unter Berücksichtigung des germanischen und arabischen Beitrags – wurde zu seinem Spezialgebiet, mit besonderer Hingabe zur Onomastik und Toponomastik.

Publikationen

Kommentierte kritische Ausgaben von repräsentativen Werken des portugiesischen Mittelalters

Monographien zur historischen Linguistik

Wissenschaftliche Beiträge

Unzählig sind die von Piel verfassten und veröffentlichten Beiträge in Fachzeitschriften und zu Kongressen und Kolloquien, wie z. B. die vielen Beiträge zur portugiesischen und galicischen Etymologie und Wortgeschichte und zu den toponymischen Mozarabismen;

und weit über 100 veröffentlichten Beiträge und kritische Rezensionen.

Literatur

Personendaten
NAME Piel, Joseph M.
ALTERNATIVNAMEN Piel, Joseph Maria (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Romanist und Lusitanist
GEBURTSDATUM 8. Juni 1903
GEBURTSORT Morhange
STERBEDATUM 28. Mai 1992
STERBEORT Trier