Joseph Marius von Babo

Joseph Marius von Babo, Ölgemälde von Johann Georg Edlinger

Joseph Marius Franz von Babo (* 14. Januar 1756 in Ehrenbreitstein; † 5. Februar 1822 in München) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben

Babo war der Sohn des kurtrierischen Hauptmannes Johann Carl Babo und dessen Ehefrau Maria Anna Sittmann. Nach seinem Schulbesuch studierte Babo in Koblenz am Jesuitenkolleg Ästhetik.

Nach seinem erfolgreichen Abschluss 1774 bekam er mit 18 Jahren eine Anstellung als Geheimer Sekretär am Stadttheater in Mannheim. Von 1778 bis 1789 war er Intendant der kurfürstlichen Theatergesellschaft. 1781 ließ er sich in München nieder, wo er vom 13. März 1792 bis 11. September 1810 am Nationaltheater als Intendant tätig war.

1784 beschuldigte Babo in seiner Schrift Ueber Freymaurer den bayerischen Illuminatenorden um Adam Weishaupt, eine Verschwörung gegen den Staat begehen zu wollen, und gab damit einen der ersten Anlässe zum offiziellen Verbot und zur Selbstauflösung des Ordens sowie zur Verfolgung seiner Mitglieder.

1789 erhielt er eine Berufung zum Studiendirektor an die Münchener Militärakademie und hatte dieses Amt bis 1799 inne. 1792 berief man Babo zum Theaterkommissär und sieben Jahre später avancierte er zum kurfürstlichen Bücherzensurrat. 1807 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Philologisch-philosophischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

Babo schrieb Ritterdramen in der Nachfolge des Götz von Berlichingen von Johann Wolfgang von Goethe. Seinen größten Erfolg feierte er mit dem Drama Otto von Wittelsbach.

Seine bildkräftigen und bühnenwirksamen Stücke erfuhren zahlreiche Aufführungen. Auch seine Lustspiele, die den Kontrast zwischen biederem Bürgersinn und charakterschwachem Adel thematisieren, erfreuten sich bei seinen Zeitgenossen großer Beliebtheit.

Josef Babo starb 1822 im Alter von 66 Jahren in München.

Grabstätte

Grab von Josef Babo auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von Josef Babo befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 24 – Reihe 1 – Platz 4, Standort).

Familie

Ein Cousin seines Vaters war der geadelte, kurpfälzische Hofbeamte Johann Lambert von Babo (1725–1799), der zeitweise den Betrieb des Mannheimer Theaters leitete. Laut Neuer Deutscher Biographie bezeichnete sich Joseph Marius von Babo selbst als dessen Vetter.

Werke

Theaterzettel zur Aufführung des Stücks Bürgerglück anlässlich der Einweihung des Bremer Stadttheaters 1792

Literatur

Commons: Joseph Marius von Babo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Schiermeier/Scheungraber, Alter Südlicher Friedhof in München, Übersichtsplan, 2008, ISBN  978-3-9811425-6-3 Titel auf Verlagsseite
  2. ↑ Reiner Kaltenegger, Gräber des Alten Südfriedhofs München - Inschriften · Biographien , 1. Auflage 2019, PDF-Ausgabe, S. 4489
  3. ↑ Genealogische Seite zur Familie Babo
Personendaten
NAME Babo, Joseph Marius von
ALTERNATIVNAMEN Babo, Joseph Marius Franz von (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Schriftsteller
GEBURTSDATUM 14. Januar 1756
GEBURTSORT Ehrenbreitstein
STERBEDATUM 5. Februar 1822
STERBEORT München