Joseph Matter

Joseph Eugen Matter (* 7. Juni 1795 in Engelberg; † 1. März 1822 in Luzern) war ein Schweizer Porträtmaler in der Tradition der klassizistisch-realistischen Porträtmalerei des Johann Melchior Wyrsch. Er arbeitete vor allem in Luzern, Engelberg, Nidwalden und Bern.

Leben

Joseph Matter kam 1795 als Sohn des Josef Eugen Maria Matter (1767–1827) und dessen Ehefrau Anna Christina Schmid (1760–1828) in Engelberg zur Welt. Im Katalog zur Ausstellung der Luzerner Kunstgesellschaft 1869, sowie im Thieme/Becker wurde Matter ein falsches Geburtsdatum (16. Oktober 1803) zugeschrieben. Es ist dies das Geburtsdatum seines jüngeren Bruders. Matter besuchte ab 1811 die Abteilung Zeichenkunst der Höheren Lehranstalt Luzern, wo er von Augustin Schmid gefördert wurde. Er stand in Kontakt mit dem Luzerner Künstlerkreis und war mit Jakob Schwegler befreundet. 1817 gehörte Matter zu den Gründungsmitgliedern der Plastischen Gesellschaft – der späteren Künstlergesellschaft Luzern.

Matter begann seine künstlerische Laufbahn 1816 mit einem Porträt des Luzerner Schultheissen Franz Xaver Keller. Nach Kellers Tod erhielt er von der Luzerner Regierung den Auftrag, eine Replik für die Schultheissengalerie im Rathaus anzufertigen. Schon sein Erstling, mit dem er 1817 zur Kunstausstellung Zürich eingeladen worden war, machte Matter über die Innerschweiz hinaus bekannt. 1817 und 1818 arbeitete er in Nidwalden und Engelberg und porträtierte unter anderem Abt Karl Stadler und Talammann Josef Eugen Müller. Diese beiden Bildnisse waren für die Galerie verdienter Ratsherren im Rathaus von Sarnen bestimmt.

1818 nahm Matter an der Kunstausstellung Bern teil. Als Hauptwerk zeigte er ein Gruppenporträt des Berner Regierungsrats und Oberamtmanns Johann Rudolf Stürler mit dessen beiden Söhnen. Im Frühjahr 1819 kehrte Matter nochmals nach Bern zurück und begegnete wiederum dem Doyen der Berner Kunstszene Valentin Sonnenschein. In dieser Zeit wurde Matters Malstil feiner, detailreicher und ausdrucksstärker und er schuf zwei seiner bedeutendsten Arbeiten: das Porträt des Berner Münsterpfarrers Friedrich David Müslin und des Studenten Karl Friedrich Bitzius.

Matter starb im Alter von 26 Jahren unverheiratet und kinderlos.

Rezeption

Matter blieb nach seinem frühen Tod dank Ausstellungen in Luzern in Erinnerung. Die Kunstkritik hob vor allem seine ausgeprägte Beobachtungsgabe, die charakteristische Wiedergabe der Dargestellten und seine malerische Technik hervor. Neuere Forschungen ordnen Joseph Matter als talentierten Vertreter der Innerschweizer Porträtmalerei zu.

Werk

Matter schuf nach heutigem Kenntnisstand zwischen 1816 und 1821 insgesamt 23 Porträts in Öl von 16 Personen, darunter sechs eigenhändige Repliken. Es sind vor allem Repräsentationsporträts als Brustbilder im Dreiviertelprofil. Seine Auftraggeber waren überwiegend politische oder kirchliche Amtsträger oder gehörten der bürgerlichen Oberschicht der Innerschweiz und Berns an. Matter verstand es ausgezeichnet, mit präzise platzierten Attributen die gesellschaftliche Stellung oder die weltanschauliche Haltung der Porträtierten zum Ausdruck zu bringen.

Ausgewählte Werke

Literatur

Commons: Joseph Matter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerhard W. Matter: Porträtmaler Joseph Matter (1795-1822). Entdeckung eines nie ganz vergessenen Künstlers. In: Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Luzern. Band 43, 2025, S. 31.
    1. ↑ S. 32
  2. ↑ Katalog der Ausstellung von Seite der Kunstgesellschaft in Lucern, beim Anlasse der 50jährigen Jubelfeier ihrer Begründung. Druck von Gebrüder Räber, Lucern 1869 (Online).
  3. ↑ Joseph Matter. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 24: Mandere–Möhl. E. A. Seemann, Leipzig 1930, S. 259 (Textarchiv – Internet Archive).
Personendaten
NAME Matter, Joseph
ALTERNATIVNAMEN Matter, Joseph Eugen (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Porträtmaler
GEBURTSDATUM 7. Juni 1795
GEBURTSORT Engelberg
STERBEDATUM 1. März 1822
STERBEORT Luzern