Joseph Pilartz

Joseph (Josef) Maria Pilartz (* 21. April 1891 in Köln; † 26. Dezember 1974 in Wasserburg am Inn) war ein deutscher Maler.

Leben

Pilartz war ein Sohn aus einer kinderreichen Kölner Handwerkerfamilie. Sein Vater war Sargschreiner. Während sein älterer Bruder Theodor Caspar regulär eine kunsthandwerkliche Ausbildung an der Gewerbeschule Köln durchlaufen durfte, ging er bei seinem Vater in die Schreinerlehre. Parallel besuchte er die Abendschule der Kölner Gewerbeschule. Als Geselle bereiste er die Schweiz, wo er Gelegenheit hatte, sich an den Kunstgewerbeschulen Zürich und Bern fortzubilden. In München leistete er ab 1910 einen zweijährigen Militärdienst im Königlich Bayerischen Fußartillerie-Regiment Nr. 3 ab. 1914 zog er als Unteroffizier in den Ersten Weltkrieg. Mit der Fähigkeit die Landschaft schnell zu skizzieren wurde er an der Westfront als Artilleriebeobachter eingesetzt. Für seine militärischen Leistungen wurde ihm die Bayerische Tapferkeitsmedaille in Silber verliehen.

Nach dem Krieg begann er eine künstlerische Ausbildung am Staatlichen Bauhaus Weimar, wo er sich allerdings schon im Januar 1920 abmeldete, weil „deutschstrebende Kräfte unterdrückt wurden“. Seine politische Haltung, die er auch als Vorsitzender eines Studentenausschusses artikuliert hatte, führte während des anschließenden Studiums an der Kunstakademie Kassel zu einer Rüge durch das preußische Kultusministerium unter Otto Boelitz. Die Fürsprache seines damaligen Lehrers Carl Bantzer bewahrte ihn vor der Entlassung. Neben Bantzer, in dessen Atelier er arbeitete, waren Curt Witte und Kay H. Nebel seine Lehrer.

Fletzingergasse 14 in Wasserburg am Inn

Nach dem Studium (1924) durchwanderte er auf der Suche nach kargen Landschaftsmotiven und einer künstlerischen Heimat unter anderem die Schneifel, ehe er für eine Weile nach München zurückkehrte. Am 20. August 1925 fand er im Dachgeschoss des Hauses Fletzingergasse 14 in Wasserburg am Inn für die nächsten Jahre eine neue Bleibe. 1928 war er ausgewählter Teilnehmer der Ausstellung Deutsche Kunst Düsseldorf 1928.

1936 heiratete er die Malerin Hedwig Emmel (* 2. August 1897; † 15. November 1978), wohl eine Freundin aus seiner Kasseler Studienzeit. 1949 bezog das Paar ein Häuschen am Dorf Weikertsham auf einem Moränenzug.

Pilartz schuf Landschaftsbilder in einem naiv-neoimpressionistischen, in die Neue Sachlichkeit tendierenden Stil, oft in einer Maltechnik, bei dem er die Farben durch ein Verfahren der Enkaustik in eine Wachsschicht einbettete. Daneben bediente er sich aber auch Mischtechniken und versuchte, die Ölfarben in einer Wachsverseifung einzubinden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Heinz Seutter: 50. Todestag Rückblick auf das Wirken des Malers Joseph Pilartz. ovb-heimatzeitungen.de, 30. Dezember 2024, abgerufen am 1. August 2026
  2. ↑ Volker Wahl, Ute Ackermann: Die Meisterratsprotokolle des Staatlichen Bauhauses Weimar 1919–1925 (= Veröffentlichungen aus Thüringischen Staatsarchiven, Band 6). Hermann Böhlaus Nachf., Weimar 2001, ISBN 978-3-7400-1070-6, S. 72 (Google Books)
  3. ↑ Hedwig Pilartz-Emmel, Biografie im Portal gailerfineartchiemsee.de, abgerufen am 1. August 2026
  4. ↑ Peter Breuer: Zu den Bildern von Joseph Pilartz. In: Die Kunst für Alle. 48. Jahrgang (1931/1932), Heft 2 (November 1932), S. 62 f. (Digitalisat)
Personendaten
NAME Pilartz, Joseph
ALTERNATIVNAMEN Pilartz, Joseph Maria; Pilartz, Josef Maria
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler
GEBURTSDATUM 21. April 1891
GEBURTSORT Köln
STERBEDATUM 26. Dezember 1974
STERBEORT Wasserburg am Inn