Joseph Stephan

Gesamtansicht des belebten Marienplatzes in München. Gemälde von Joseph Stephan, 1760

Joseph Stephan (* um 1709 in München; † 17. September 1786 ebenda) war ein deutscher Maler.

Leben

Joseph Stephan war vermutlich der voreheliche Sohn des gleichnamigen kurfürstlichen Trabanten, welcher 1718 in München heiratete. 1733 begann er eine Lehre bei dem Kupferstecher Franz Xaver Joseph Späth, der 1735 verstarb. Danach arbeitete er fünf Jahre lang in der Werkstatt von Heinrich van Waterschoot (*?; † 1748). Waterschoot, der aus Antwerpen stammte und ab 1728 als Kabinettmaler in München wirkte, malte vor allem Landschaften, Jagden und Schlachten. Anschließend war Stephan bei der Malerfamilie Merz in Straubing tätig. Nach Ausbruch des Österreichischen Erbfolgekriegs ging er 1742 nach Frankfurt am Main und war dort bei dem Lackierermeister Franz Metzger beschäftigt. 1745 kehrte er nach München zurück und heiratete im gleichen Jahr Maria Barbara Goßl, die Witwe eines Bilderhändlers. Zunächst führte er mit ihr zusammen das Geschäft weiter, bis er sich schließlich völlig der Malerei widmete. Er lebte bis zu seinem Tod in München, zuletzt wohl verarmt, da er im hohen Alter nicht mehr malen konnte. Von seinen drei Kindern überlebten zwei das Kindesalter nicht. Bei den in Thieme-Becker genannten Söhnen, die ebenfalls Maler gewesen sein sollen, handelt es sich um eine Verwechslung.

Stephan war ein Landschafts- und Tiermaler des Rokoko. Er malte insbesondere Ansichten von München, Veduten von Schlössern wie Schloss Nymphenburg und Schloss Lustheim, Jagdszenen, erlegte Tiere sowie im Nymphenburger Schlossgarten lebende Tiere. Neben seinen topografisch exakten Stadtansichten entstanden auch Ideallandschaften. Viele seine Werke versah er mit Inschriften, aus denen sich Tag, Ort und Auftraggeber ablesen lassen. Teilweise signierte er sie mit dem Monogramm JST mit übereinander geschriebenen Buchstaben.

Werke

Seine Werke befinden sich unter anderem in der Gemäldegalerie Burghausen, im Bayerischen Nationalmuseum München, im Schloss Nymphenburg, im Münchner Residenzmuseum und im Münchner Stadtmuseum.

Auswahl

Literatur

Commons: Joseph Stephan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Susanna Partsch: Stephan, Joseph. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 106, De Gruyter, Berlin 2020, ISBN 978-3-11-023272-1, S. 130.
  2. ↑ Norbert Lieb: Waterschoot (Wasserschot, Watterschoot u. ä.), Heinrich van. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 35: Waage–Wilhelmson. E. A. Seemann, Leipzig 1942, S. 184 (biblos.pk.edu.pl).
  3. 1 2 Joseph Stephan, 1709 - 1786. In: Hampel Fine Art Auctions. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  4. ↑ Joseph Stephan / Der Rote Turm an der Isarbrücke in München. In: stadtmuseum-online.de. (Memento vom 16. April 2012 im Internet Archive)
  5. ↑ Das Neuhauser Tor mit Sicht auf die Stadt München. In: bayerisches-nationalmuseum.de. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  6. ↑ Joseph Stephan / Die Münchner Flößerwirtschaft "Zum Grünen Baum". In: stadtmuseum-online.de. (Memento vom 16. April 2012 im Internet Archive)
  7. ↑ Architectural Fantasy with Roman Ruins. In: nga.gov. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  8. ↑ Das erste Volkstheater auf dem Heumarkt in München. In: bayerisches-nationalmuseum.de. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  9. ↑ Pferderennen bei Nymphenburg. In: sammlung.pinakothek.de. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  10. ↑ Silberfuchs. In: sammlung.pinakothek.de. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Stephan, Joseph
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler
GEBURTSDATUM um 1709
GEBURTSORT München
STERBEDATUM 17. September 1786
STERBEORT München