Joseph Strobl (* 6. August 1843 in Wien; † 9. Oktober 1924 auf Burg Kreuzenstein bei Leobendorf) war ein österreichischer Germanist und Bibliothekar.
Strobl war der Sohn eines Buchbindermeisters. Nach dem Besuch des Schottengymnasiums in Wien studierte er Sprachwissenschaften mit dem Schwerpunkt Germanistik in Wien und Berlin. Anschließend arbeitete er als Lehrer in Mödling. Nach dem Tod seines akademischen Lehrers Franz Pfeiffer gab er zusammen mit Karl Bartsch zwei Jahrgänge der Zeitschrift Germania heraus. 1875 wurde er außerordentlicher Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der neugegründeten Universität Czernowitz. 1877 verlieh man ihm ehrenhalber den Doktorgrad, ein Jahr später wurde er ordentlicher Professor und Mitglied des akademischen Senats der Universität.
In seinen Forschungen beschäftigte sich Strobl in erster Linie mit mittelhochdeutschen Texten, von denen er zahlreiche auch selbst edierte. 1892 wurde Strobl vorzeitig emeritiert und widmete sich ab 1905 ganz der Bibliothek des Grafen Hans von Wilczek auf Burg Kreuzenstein, wobei er insbesondere die zahlreichen Handschriften katalogisierte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Strobl, Joseph |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Germanist und Bibliothekar |
| GEBURTSDATUM | 6. August 1843 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 9. Oktober 1924 |
| STERBEORT | bei Leobendorf |