Joseph Valla (* um 1720 in L’Hôpital-le-Grand, Forez; † 26. Februar 1790 in Dijon) war ein französischer Ordenspriester und Philosoph. Er verfasste mehrere akademische Lehrbücher, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Gebrauch waren.
Valla absolvierte seine Studien im Oratorium von Montbrison, bevor er in die Kongregation der französischen Oratorianer eintrat. Dort hatte er verschiedene Ämter inne. Bekannt wurde er durch seinen Widerspruch gegen die Bulle Unigenitus Dei filius Papst Clemens’ XI. Der Bischof von Soissons, François de Fitz-James, ernannte Valla zum Regens des dortigen Priesterseminars. Valla blieb in Soissons, bis sein Gönner starb. Dessen Nachfolger Henri-Claude de Bourdeilles nahm Anstoß an Vallas Auffassungen und zwang ihn zum Rücktritt. Da Valla im Erzbistum Lyon inkardiniert war, kehrte er dorthin zurück und übernahm als Professor einen Lehrstuhl in Lyon. Dort war er Mitbegründer der Theologia Lugdunensis, die er auch in einer Schrift von 1788 verteidigte. Er setzte sich in Dijon zur Ruhe, wo er 1790 starb.
Zwei Jahre nach seinem Tode, am 17. September 1792, erging gegen den Cours de théologie Vallas ein Dekret der Kongregation für den Index Librorum Prohibitorum. In den Niederlanden wurden seine Lehrbücher noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts benutzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Valla, Joseph |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Ordenspriester (Oratorianer), Philosoph, Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | um 1720 |
| GEBURTSORT | L’Hôpital-le-Grand |
| STERBEDATUM | 26. Februar 1790 |
| STERBEORT | Dijon |