Joyal-Modellstruktur

Die Joyal-Modellstruktur ist im mathematischen Teilgebiet der Höheren Kategorientheorie eine spezielle Modellstruktur auf der Kategorie der simplizialen Mengen. Diese besteht aus einer Auswahl von drei Klassen an Morphismen zwischen simplizialen Mengen, genannt Faserungen, Kofaserungen und schwachen Äquivalenzen, sodass die Eigenschaften einer Modellstruktur erfüllt sind. Ihre fasernden Objekte sind ∞-Kategorien und sie modelliert darüber hinaus die Homotopietheorie von CW-Komplexen bis auf Homotopieäquivalenz, wobei die Korrespondenz zwischen simplizialen Mengen und CW-Komplexen durch die geometrische Realisierung und den singulären Funktor gegeben ist. Benannt ist die Joyal-Modellstruktur nach André Joyal.

Definition

Die Joyal-Modellstruktur ist gegeben durch:

Die Kategorie der simplizialen Mengen mit der Joyal-Modellstruktur wird als bezeichnet.

Eigenschaften

Lokale schwache kategorielle Äquivalenz

Für eine simpliziale Menge und einen Morphismus von simplizialen Mengen über (sodass Morphismen und mit existieren), sind die folgenden Bedingungen äquivalent:

Ein solcher Morphismus wird lokale schwache kategorielle Äquivalenz genannt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Cisinski 2019, Theorem 3.6.1.
  2. 1 2 Joyal 2008, Theorem 6.12.
  3. ↑ Lurie 2009, Higher Topos Theory, S. 58 & Theorem 2.3.6.4.
  4. ↑ Lurie 2009, Higher Topos Theory, Proposition A.2.3.2.
  5. ↑ Lurie 2009, Higher Topos Theory, Remark 1.3.4.3.
  6. ↑ Joyal 2008, Remark 6.13.
  7. ↑ Cisinski 2019, Proposition 5.3.1.
  8. ↑ Joyal 2008, Corollary 2.29. auf S. 239
  9. ↑ Lurie 2009, Higher Topos Theory, Lemma 1.3.4.2.
  10. ↑ Joyal 2008, Proposition 2.28. auf S. 239
  11. ↑ Lurie 2009, Higher Topos Theory, Corollary 1.3.4.4.
  12. ↑ Cisinski 2019, Corollary 3.6.3.
  13. ↑ Joyal 2008, Corollary 6.10. auf S. 299
  14. ↑ Cisinski 2019, Corollary 3.9.8.
  15. ↑ Cisinski 2019, Theorem 3.1.8.
  16. ↑ Joyal 2008, Corollary 6.16. auf S. 301
  17. 1 2 Cisinski 2019, Lemma 5.3.9.