
Joyce J. Scott (* 15. November 1948 in Baltimore, Maryland, USA) ist eine US-amerikanische Bildhauerin, Quilterin, Performancekünstlerin, Installationskünstlerin, Grafikerin und Dozentin. Sie ist bekannt für ihre Schmuck-, Perlen- und Glasarbeiten. Ihre Werke kommentieren Themen wie Rassismus, Politik, Sexismus und Stereotype. Für ihre Beiträge zur bildenden Kunst wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit drei Ehrendoktorwürden.

Scott ist die Tochter von Charlie Scott Jr. und der Künstlerin Elizabeth Talford Scott. Ihre Eltern wurden beide in Pachtbauernfamilien geboren, ihre Mutter auf Land, auf dem ihre Großeltern versklavt gewesen waren. Scotts Eltern trennten sich, als sie zwölf Jahre alt war, und zwischen ihr und ihrer Mutter entwickelte sich eine enge Beziehung, die auch auf einer kreativen Zusammenarbeit beruhte, die bis zum Tod von Talford Scott im Jahr 2011 andauerte.
Wie ihre Mutter interessierte sich Scott vor allem für Textilkunst, doch dann wandte sie der Perlenstickerei zu. Zu Beginn ihrer Karriere entstanden ihre Werke am Webstuhl und ihre Kreativität wandelte sich in den 1970er Jahren. Am Maryland Institute College of Art (MICA) studierte sie als eine von zwölf afroamerikanischen Studierenden. Nach ihrem Bachelor of Fine Arts 1970 in Bildender Kunst und ihrem Master-Abschluss 1971 am Instituto Allende in San Miguel de Allende in Mexiko studierte sie an der Haystack Mountain School of Crafts. Bei einem Künstleraufenthalt lehrte sie eine Künstlerkollegin die Peyote-Technik, eine Perlenstickerei-Methode.
Scott hat an mehreren Künstlerresidenzen, so in einer Glasbläserei in Murano, teilgenommen, Applikationstechniken von indigenen Kuna-Frauen auf den San-Blas-Inseln in Panama erlernt und Perlenstickerei-Workshops in Südafrika geleitet. Sie verarbeitet in ihren Schmuckstücken Materialien wie Textilien, Leder, Korallen, Fundstücke und Glasperlen. Oft verwendet sie eine Technik, die Ähnlichkeiten mit der Peyote-Stickerei aufweist.
1980 entwarf Scott als Reaktion auf das Massaker von Jonestown eine Schmuckserie. 2017 wurde ihre bis dahin größte Ausstellung, Joyce J. Scott: Harriet Tubman and Other Truths im Skulpturenpark Grounds for Sculpture, eröffnet. Die Ausstellung umfasste zwei überlebensgroße Außenskulpturen von Harriet Tubman, der Abolitionistin, die Sklaven über die Underground Railroad in die Freiheit führte.
Scotts künstlerische Praxis umfasst neben Skulpturen auch Performances. Wie ihre Schmuck- und Quiltarbeiten thematisieren auch ihre Performances oft das Geschichtenerzählen und die Erinnerung.


1996 erhielt sie den Auftrag, ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum zu schaffen, das an das Schwimmbad Nr. 2 im Druid Hill Park in Baltimore erinnern sollte. Das 1921 erbaute Schwimmbad diente über 100.000 Afroamerikanern in Baltimore als Freizeit- und Wettkampfschwimmbad. Als sich der Parkausschuss der Stadt Baltimore trotz eines vielbeachteten Ertrinkungsfalls in einem nahegelegenen Fluss im Jahr 1953 weigerte, die Rassentrennung in seinen Schwimmbädern aufzuheben, reichte die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) Klage ein und gewann schließlich in der Berufung. Im Juni 1956 wurden die Schwimmbäder in Baltimore erstmals als integrierte Einrichtungen wiedereröffnet. Schwimmbad Nr. 2 wurde im darauffolgenden Jahr geschlossen und stand bis 1999 weitgehend leer.
Ihre Werke waren auf der Biennale von Venedig 2013 vertreten und standen unter anderem im Museum of Art and Design, im Cleveland Museum of Art, bei Prospect New Orleans und im Baltimore Museum of Art im Mittelpunkt von Ausstellungen.
| Personendaten | |
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| NAME | Scott, Joyce J. |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Bildhauerin, Quilterin, Performancekünstlerin, Installationskünstlerin, Grafikerin und Dozentin |
| GEBURTSDATUM | 15. November 1948 |
| GEBURTSORT | Baltimore, Maryland, USA |