Curry forschte zu Fragen der globalen Erwärmung. Zentral sind für sie einerseits die Auswirkungen des Klimawandels auf atmosphärische Verhältnisse.
Sie interessiert sich für Klimaveränderungen in der Arktis, die jahrelang ihr Interessenschwerpunkt war. Zu diesem Zweck führte sie regelmäßig Feldstudien durch und evaluierte auch die Genauigkeit von Klimamodellen, besonders von jenen mit regionalem Schwerpunkt.
Im Jahr 2017 beendete sie ihre Karriere in der Forschung.
Seitdem arbeitet Curry hauptamtlich als Präsidentin des „Climate Forecast Applications Network“, welches Beratung zu Klimawandelfragen anbietet. Zu den Kunden des Unternehmens gehören Behörden, Versicherungen und Ölunternehmen.
Positionen zum Klimawandel
Hinsichtlich des Klimawandels wird Curry als Vertreterin der "Neo-Skepsis" eingeschätzt, einer Form der Klimawandelleugnung.
Curry konstatierte einen zunehmenden Stammeskrieg-Charakter hinsichtlich des Klimawandels. Sie plädiert für eine Offenlegung von Rohdaten und eine breitere, unvoreingenommene Überprüfung der zugehörigen Studien unter Einbeziehung von skeptischen Stimmen. Sie wirkte an der BEST-Studie der Universität Berkeley mit, die dieses Ziel verfolgte.
Bekannt wurde ihr Essay On the Credibility of Climate Change, Towards Rebuilding Trust auf dem klimaskeptischen Blog Watts Up With That.
Nach eigenen Angaben bemühte sie sich auch um eine Trennung der politischen und wissenschaftlichen Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Treibhauseffekt und der Häufigkeit von Wirbelstürmen.
Curry ist Autorin und Herausgeberin einiger Bücher sowie von über 130 Fachartikeln.
Bücher
1999: Mit P.J. Webster: Thermodynamics of Atmospheres and Oceans. Academic Press, London, 467 S.
2002: Mit J.P. Holton und J. Doyle (Hrsg.): Encyclopedia of Atmospheric Sciences. Academic Press, London, 4000 S.
Klima: Unsicherheit und Risiko – Unsere Reaktion überdenken, Verlag Diplomatic Council Publishing 2023, ISBN 978-3-98674-091-7
Artikel (Auswahl)
2005: Mit P.J. Webster, G.J. Holland und H.-R. Chang: Changes in tropical cyclone number, duration and intensity in a warming environment. Science, 309 (5742): 1844–1846 (PDF; 228kB)
2006: Mit C.D. Hoyos, P.A. Agudelo und P.J. Webster: Deconvolution of the factors contributing to the increase in global hurricane intensity. Science, 312 (5770): 94–97. (PDF; 273kB)
2006: Mit P.J. Webster, J. Liu und G.J. Holland: Response to comment on "Changes in tropical cyclone number, duration, and intensity in a warming environment". Science, 311 (5768): doi:10.1126/science.1121564(PDF; 107kB)
2006: Mit Liu, J.P.: Variability of the tropical and subtropical ocean surface latent heat flux during 1989-2000. Geophys. Res. Lett., 33(5): Art. No. L05706 (PDF; 574kB)
2006: Mit P.J. Webster und G.J. Holland: Mixing Politics and Science in Testing the Hypothesis That Greenhouse Warming Is Causing a Global Increase in Hurricane Intensity. Bull. Amer. Met. Soc., 87 (8), 1025–1037 (PDF; 509kB)
↑Riley E. Dunlap,Robert J. Brulle: Climate Change and Society: Sociological Perspectives. Oxford University Press, 2015, ISBN 978-0-19-935611-9, S.317–318 (englisch, google.com): “While a few denialist blogs are hosted by contrarian scientists (e.g. Judith Curry)...”(pdf)
↑Judith Curry:JC in transition.In:judithcurry.com.Judith Curry,3.Januar 2017,abgerufen am 5.Mai 2019(englisch).
↑Gayathri Vaidyanathan: “Political Football over Climate Change Rattles Windows of Ivory Tower,” ClimateWire, March 23, 2015. Archived May 12, 2023. Archive URL:
↑Brian Petersen et al.:Reconceptualizing Climate Change Denial: Ideological Denialism Misdiagnoses Climate Change and Limits Effective Action. In: Human Ecology Review. Band29, Nr.2, 2019, S.117–141, doi:10.22459/HER.25.02.2019.