Julia Obertreis (* 28. September 1969 in Solingen; † 11. Oktober 2023 in Berlin) war eine deutsche Historikerin und Hochschullehrerin.
Nach dem Abitur 1988 in Ratingen studierte sie von 1988 bis 1996 an der FU Berlin und von 1993 bis 1994 an der Staatlichen Universität St. Petersburg Geschichte und Russistik.
Nach der Promotion 2001 am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin war sie von 2002 bis 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin in Bochum und von 2004 bis 2010 wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte in Freiburg im Breisgau. Von 2010 bis 2012 war sie akademische Rätin am Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und hatte 2010 bis 2011 eine Vertretungsprofessur für Geschichte Osteuropas für Karl Schlögel an der Viadrina in Frankfurt (Oder) inne.
Nach der Habilitation 2012 mit dem Thema Imperial Desert Dreams. Cotton Growing and Irrigation in Uzbekistan and Turkmenistan, 1860s – 1991 an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg war sie ab Oktober desselben Jahres bis zu ihrem Tod Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt der Geschichte Osteuropas an der Universität Erlangen-Nürnberg.
Sie leitete die Zweigstelle Erlangen/Nürnberg der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde. Ab 2014 war Julia Obertreis Mitherausgeberin der Reihe „Kultur- und Sozialgeschichte Osteuropas / Cultural and Social History of Eastern Europa“, die sie mitbegründet hatte. Sie war Vorsitzende des Verbandes der Osteuropahistorikerinnen und -historiker und Mitglied des Ausschusses im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD).
Ab 2016 war sie Mitglied des Editorial Board der Zeitschrift Slavic Review und ab 2018 Sprecherin der Fachgruppe Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde. Außerdem war sie Mitglied in den wissenschaftlichen Beiräten des Deutschen Historischen Instituts Moskau, des Forschungsinformationsdienstes Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, der Forschungsstelle Osteuropa Bremen und des Gießener Zentrums Östliches Europa.
Im Oktober 2023 erlag sie einem Krebsleiden.
Julia Obertreis arbeitete zum Russischen Reich und der Sowjetunion als Imperien und Vielvölkerreiche, mit Schwerpunkt auf Zentralasien, zur Infrastruktur-, Umwelt, Global- und Osteuropäischen Geschichte, zur Volksrepublik Polen und zur Oral History als Methode bezogen auf sozialistische Gesellschaften.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Obertreis, Julia |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Historikerin |
| GEBURTSDATUM | 28. September 1969 |
| GEBURTSORT | Solingen |
| STERBEDATUM | 11. Oktober 2023 |
| STERBEORT | Berlin |