

Die Julia Stoschek Collection (JSC) ist eine private Sammlung zeitbasierter Medienkunst mit Standorten in Düsseldorf und Berlin. Sie zählt zu den umfangreichsten Privatsammlungen dieser Kunstform weltweit.
Julia Stoschek, geboren 1975, begann im Alter von zwanzig Jahren mit dem Sammeln von Video- und Performancekunst. 2003 entschied sie sich, ihren Fokus auf Videokunst zu legen, nachdem sie Douglas Gordons Videoinstallation Play Dead: Real Time in der Gagosian Gallery in New York gesehen hatte.
2007 öffnete sie ihre Sammlung mit einem Ausstellungsraum in Düsseldorf der Öffentlichkeit, 2016 folgte ein zweiter Standort in Berlin, der im Oktober 2026 aufgegeben werden soll. Damit war die Julia Stoschek Collection die erste private Sammlung in Deutschland mit zwei gleichzeitig öffentlich zugänglichen Standorten.
Der Düsseldorfer Standort liegt im Stadtteil Oberkassel und verfügt über mehr als 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in einem Industriegebäude von 1907, das vom Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi umgebaut wurde. Der historische Bau, als Gebäude in Stahlbeton-Skelettbauweise mit einer Dachkonstruktion aus Polonceau-Trägern ein Baudenkmal der frühen Industriearchitektur, diente als Bühnenwerkstatt, Motoren- und Leuchtmittelfabrik, Produktionsstätte von Damenkorsetts sowie von Matratzen, ferner als Fabrikationsort der Metall- und Holzindustrie sowie für Kriegszwecke. Nach dem Zweiten Weltkrieg war darin zuletzt die Bilderleistenfabrik von Friedrich Conzen untergebracht.
Der Online-Bestandskatalog umfasst über 900 Werke von mehr als 300 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern und deckt zeitbasierte Kunstproduktion von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart ab. Neben Film und Video gehören Klangarbeiten, Performances sowie computer- und softwarebasierte Kunstwerke zum Bestand. Vertreten sind unter anderen Bruce Nauman, Joan Jonas, Marina Abramović, Valie Export, Barbara Hammer, Doug Aitken, Hito Steyerl sowie jüngere Positionen wie Ed Atkins, Cyprien Gaillard und Anicka Yi.
Die Sammlung wird schrittweise kostenfrei und ohne Einschränkungen online zugänglich gemacht. Inzwischen sind über 220 film-, video- und audiobasierte Werke von mehr als 60 Künstlerinnen und Künstlern in voller Länge abrufbar. Langfristiges Ziel ist es, den gesamten Bestand online zu stellen und so eine öffentliche Plattform für zeitbasierte Kunst zu schaffen.