Julia Strecker (* 1960 in Bonn) ist eine deutsche evangelische Pastoralpsychologin und Pfarrerin.
Nach dem Studium der Theologie arbeitete Julia Strecker drei Jahre lang als Sozialpädagogin in einem Frauenprojekt in den USA und war vier Jahre als Pastorin für Frauenberatung und Mädchenarbeit im Kirchenkreis Köln-Mitte tätig. Von 2009 bis 2015 war sie mit halbem Dienstauftrag Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Klettenberg; bereits seit 2008 hatte sie außerdem als systemische Paar- und Familientherapeutin eine eigene Praxis.
2010 wurde sie an der Universität Paderborn bei Harald Schroeter-Wittke mit einer Arbeit über Rituale in systemischer Therapie und Seelsorge unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterdifferenz promoviert.
1994 veröffentlichte Julia Strecker in der Zeitschrift Schlangenbrut den Artikel Die Frage hinter der Frage mit dem Untertitel Feministische Seelsorge – Perspektiven im Neuland, in dem sie feststellte, dass es die feministische Seelsorge als geschlossene Seelsorgetheorie nicht gebe. Als religionssoziologische Grundannahme feministischer Seelsorge beschreibt sie die patriarchale Ausrichtung von Gesellschaft und Kirche: „Frauen und Männer leben auf dieser Erde nicht als gleichberechtigte Geschlechter, sondern unser Leben ist geprägt von Macht und Strukturen, in denen nach wie vor meist Männer die Mächtigen sind.“
Mit Flügel trotz allem legte sie 1998 gemeinsam mit Ursula Pfäfflin „die erste deutschsprachige Monographie zu feministischer Seelsorge und Beratung“ vor. Ihre Ansätze fanden Eingang in den EKD-Bericht Gewalt gegen Frauen als Thema der Kirche und werden in Arbeiten zur Pastoraltheologie und Seelsorge rezipiert.
Die evangelische Theologin und Religionspädagogin Angela Volkmann überträgt Julia Streckers Ansatz einer feministischen Seelsorge auf die feministisch orientierte Religionspädagogik. Gangbare Wege zur Ausbildung „einer starken weiblichen bzw. nicht-sexistischen und ganzheitlichen Ich-Identität“ von Mädchen könnten entwickelt werden,
„... wenn die Symbole, die Sprache, der ganze Sinnzusammenhang theologischen Denkens und Arbeitens auf die Selbstbestimmung und wahrhaft freie Entfaltung der Frauen hin befragt und ausgerichtet werden.“
| Personendaten | |
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| NAME | Strecker, Julia |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Pastoralpsychologin und Pfarrerin |
| GEBURTSDATUM | 1960 |
| GEBURTSORT | Bonn |