Julian Strube

Julian Strube (* 1985 in Heidelberg) ist ein deutscher Religionswissenschaftler.

Seit April 2024 ist Strube Lehrstuhlinhaber für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Universität Göttingen. Er forscht aus globalhistorischer Perspektive über die Beziehung zwischen Religion und Politik sowie über die Bedeutung von Religion, Wissenschaft und Philosophie seit dem achtzehnten Jahrhundert, mit einem Schwerpunkt auf Indien, Europa und Nordamerika. In seinen Arbeiten setzt er sich mit Hinduismus, völkischen Bewegungen, Nationalsozialismus, gegenwärtigem Rechtsextremismus, Frühsozialismus und Esoterik auseinander.

Werdegang

Im Rahmen seiner Magisterarbeit beschäftigte sich Strube mit dem Verhältnis von völkischen Bewegungen, Nationalsozialismus, Neonazismus und Esoterik. Daraus entstand seine erste Monographie über die fiktive Energie Vril und ihre Rezeption seit dem neunzehnten Jahrhundert, vor allem hinsichtlich der so genannten Schwarzen Sonne. Die Promotion erfolgte 2015 in Religionswissenschaft über die Beziehung zwischen Sozialismus, Katholizismus und Okkultismus im Frankreich des neunzehnten Jahrhunderts. Es folgten Positionen im Exzellenzcluster "Asia and Europe in a Global Context" in Heidelberg sowie ein eigenes DFG-Projekt. Im November 2020 habilitierte er sich für Religionswissenschaft an der Universität Heidelberg. In seiner Habilitationsschrift und dritten Monographie, Global Tantra, arbeitete Strube zum modernen Verständnis von Tantra in Bengalen, das er als Ergebnis globaler Austauschprozesse erklärte. Im Wintersemester 2020/2021 ersetzte er den Lehrstuhl für Missionswissenschaft, Ökumene und Religionswissenschaft an der Universität Hamburg. Von November 2019 bis März 2021 war er Leiter des Projekts A3-23, Religiöse Sozialreform im Kontext von Unitarismus und Brahmo Samaj: Austauschprozesse zwischen Nordamerika und Bengalen im Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster. Von April 2021 bis März 2024 lehrte er als Assistenzprofessor für Religionswissenschaft am Institut für Religionswissenschaft an der Universität Wien. Im Sommer 2023 war Strube Gastwissenschaftler an der Harvard University.

Monographien

Sammelbände

Aufsätze (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Julian Strube: Vril: Eine okkulte Urkraft in Theosophie und esoterischem Neonazismus. Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2013, ISBN 978-3-7705-5515-4.
  2. ↑ Julian Strube: Sozialismus, Katholizismus und Okkultismus im Frankreich des 19. Jahrhunderts: Die Genealogie der Schriften von Eliphas Lévi (Religionsgeschichtliche Versuche und Vorarbeiten 69). De Gruyter, Berlin 2016.
  3. ↑ PD Dr. Julian Strube — Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie. Abgerufen am 21. Mai 2022.
  4. ↑ Julian Strube: Global Tantra: Religion, Science, and Nationalism in Colonial Modernity. Oxford University Press, New York 2022, ISBN 978-0-19-762711-2.
  5. ↑ Universität Münster: PD DR. Julian Strube. 2021, abgerufen am 21. Mai 2022.
  6. ↑ Julian STRUBE. Abgerufen am 21. Mai 2022 (englisch).
Personendaten
NAME Strube, Julian
KURZBESCHREIBUNG deutscher Religionswissenschaftler
GEBURTSDATUM 1985
GEBURTSORT Heidelberg