
Julie Weidenmann, geborene Bösch, (* 16. November 1887 in Basel; † 25. November 1942 in Zürich) war eine Schweizer Pfarrersfrau, Lehrerin, Lyrikerin und Schriftstellerin.

Julie Weidenmann wuchs im Haus an der Rheingasse in Basel auf. Sie studierte an der Oberen Töchterschule Pädagogik und war dort von 1909 bis 1918 Lehrerin für Schwachbegabte. 1918 heiratete sie Pfarrer Jakobus Weidenmann, der der Wander- und Singvogelbewegung nahestand.
Sie lebte als junge Pfarrfrau im thurgauischen Fischerdorf Kesswil am Bodensee und war Präsidentin des Frauenvereins Uttwil-Kesswil-Dozwil. Im kunstliebenden Pfarrhaus waren regelmässig Dichter, Musiker und Maler zu Gast. 1926 erhielt sie von der Schweizerischen Schillerstiftung einen Anerkennungspreis. 1928 zogen sie ins Linsebühl-Pfarrhaus in St. Gallen. Tagsüber half sie den Gemeindeangehörigen, nachts schrieb sie zarte, zerbrechliche Gedichte und Briefe. «In ihnen liegt alles, was ich zu sagen habe, klingt alles, was mich zutiefst bewegt, sie sind das Lied meiner Seele, ich gebe es weiter, dieses Lied des Lebens, denn es ist Gabe, Geschenk und grösste Verpflichtung.» «Die Landschaft um den Bodensee, die Festzeiten des Jahres, die Gefühle der Freundschaft und des christlichen Glaubens, die einsame Trauer des Herzens und die innige Verbundenheit mit der Natur waren ihre Hauptthemen.»
Sie war jahrelange Mitarbeiterin am Bodenseebuch und Mitglied der Programmkommission des Landessenders Beromünster. Während der letzten drei Jahre erholte sie sich in einem Ferienhäuschen im Appenzellerland, wo sie auch zahlreiche Briefe schrieb.
1942 starb sie an einem Hirnschlag in Zürich.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Weidenmann, Julie |
| ALTERNATIVNAMEN | Bösch, Julie |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 16. November 1887 |
| GEBURTSORT | Basel |
| STERBEDATUM | 25. November 1942 |
| STERBEORT | Zürich |