
Juliette Nicole Kayyem (* 16. August 1969 in Los Angeles, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Juristin, Hochschullehrerin und Regierungsbeamtin, die unter anderem als Expertin für Terrorismusbekämpfung zwischen 2009 und 2010 Assistant Secretary of Homeland Security for Intergovernmental Affairs war.
Juliette Nicole Kayyem, die libanesischer Abstammung ist, absolvierte zunächst ein grundständiges Studium an der Harvard University, das sie 1991 mit einem Bachelor of Arts (BA) beendete. Ein darauf folgendes Studium der Rechtswissenschaften an der Harvard Law School, der juristischen Fakultät der Harvard University, und schloss dieses 1995 mit einem Juris Doctor (JD) ab. Im Anschluss war sie zwischen 1995 und 1999 Rechtsberaterin von Justizministerin Janet Reno Sie engagierte sich im Ausschuss für Nationales Sicherheitsrecht der American Bar Association sowie im Council on Foreign Relations (CFR). Sie lehrte zwischen 2000 und 2007 als Dozentin für Öffentliche Politik an der John F. Kennedy School of Government (HKS) und engagierte sich als Mitglied des Wahlkampfkomitees der Demokratischen Partei (Congressional Campaign Committee) für die Präsidentschaftskandidaten John Kerry, Barack Obama und Hillary Clinton.
Im Januar 2007 wurde Juliette Kayyem vom Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, zur ersten Unterstaatssekretärin für Innere Sicherheit (Undersecretary for Homeland Security) des Bundesstaates Massachusetts ernannt. Anschließend fungierte sie vom 5. März 2009 als Assistant Secretary of Homeland Security for Intergovernmental Affairs und war damit unter der Ministerin für Innere Sicherheit, Janet Napolitano, Leiterin der Unterabteilung für interministerielle Angelegenheiten.
Juliette Kayyem engagierte sich als Vorstandsmitglied von Human Rights First, eine 1978 gegründete Non-Profit-Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt und deren selbsterklärtes Leitbild es ist, Amerika dazu aufzufordern, den eigenen Idealen und Werten gerecht zu werden. Sie bewarb sich bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei als Kandidatin für die Gouverneurswahlen in Massachusetts am 4. November 2014, da der bisherige Deval Patrick nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren wollte. Bei den parteiinternen Vorwahlen am 9. September 2014 unterlag sie allerdings der bisherigen Generalstaatsanwältin Martha Coakley, die bei den Gouverneurswahlen am 4. November 2014 dann allerdings vom Bewerber der Republikanischen Partei, Charlie Baker, mit 48,4 % zu 46,5 % besiegt wurde. Sie lehnt das Konzept des einsamen Wolfes ab. In einer Kolumne in der Washington Post schrieb sie 2014, terroristische Anschläge wie der Anschlag in El Paso und eine offenbare Nachahmungstat, der Anschlag von Dayton 2019, müssten als ideologischer Konflikt betrachtet werden; dies zu bestreiten, würde bedeuten, die Taten aus der terroristischen Rhetorik herauszulösen, in der sie entstünden. Ihr Fazit lautete: „Es gibt keine einsamen Wölfe.“
Sie war als Gastwissenschaftlerin am Belfer Center for Science and International Affairs und als Beraterin für das Überwachungsunternehmen NSO Group Technologies tätig, das mit der Spyware Pegasus das unbemerkte Fernüberwachen von Smartphones ermöglicht, und arbeitete des Weiteren als Sicherheitsanalystin bei den Medienunternehmen National Broadcasting Company (NBC) und Cable News Network (CNN) sowie der Sendung „On Point“ des National Public Radio (NPR). Zur Halloween-Katastrophe in Seoul in der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 2022 führte sie aus, dass kein bestimmtes auslösendes Ereignis geschehen sein muss, um das Unglück bei der Halloweenfeier in Itaewon-dong zu erklären. Ihrer Einschätzung nach reichten die ihrer Meinung nach gegebenen Faktoren wie die große Menschenmenge, die engen Gassen und der Mangel an öffentlicher Sicherheit und Einsatzkräften zur Lenkung des Besucherstroms zur Erklärung des Massengedränges aus. Sie zog Parallelen zwischen der Halloweenkatastrophe in Itaewon und der Katastrophe von Bethnal Green im Jahr 1943, bei der während eines Luftangriffs in London 174 Menschen auf den Stufen zum Eingang der U-Bahn-Station Bethnal Green ums Leben gekommen waren. Ein Katastrophenuntersuchungsbericht hatte die genaueren Umstände behandelt, doch waren die für die Aufsicht im unterirdischen Bunker zuständigen Behörden nie bestraft worden, sondern es war stattdessen den Opfern die Schuld für den „Verlust der Selbstbeherrschung“ gegeben worden, der nach dieser Sichtweise zu einer Stampede geführt habe.
Aus ihrer Ehe mit dem Juristen David J. Barron (* 1967) gingen drei Kinder hervor.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kayyem, Juliette |
| ALTERNATIVNAMEN | Kayyem, Juliette Nicole (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Juristin und Regierungsbeamtin |
| GEBURTSDATUM | 16. August 1969 |
| GEBURTSORT | Los Angeles, Kalifornien |