1840 wurde Cube Beamter in der Kanzlei des livländischen Gouverneurs in Riga.
Im Livländischen Kameralhof in Riga, der Behörde, welche die Kroneinkünfte der Statthalterschaft verwaltete, rückte Cube zum „Tischvorsteher“ auf, also zum Leiter eines „Tisches“ (Geschäftsbereiches).
1842 wechselte Cube nach Sankt Petersburg. Dort war er zunächst bei der Reichskommerzbank beschäftigt, anfangs als „jüngerer Tischvorsteher-Gehülfe“ im Rang eines Kollegialsekretärs.
1844 wurde Cube zum Tischvorsteher in der Kanzlei der 2. Abteilung des „Departements der ökonomischen Angelegenheiten der Wege-Kommunikations-Anstalten und öffentliche Bauten“ befördert, das dem russischen Finanzministeriums zugeordnet war.
Von dort wurde Cube in die Kanzlei des Ministers des Kaiserlichen Hauses berufen.
Zugleich war weiterhin sein nationalökonomisches Wissen gefragt. So wurde Cube 1849 Mitglied der Kommission zur Revision der baltischen Handelsordnung.
1850 kehrte Cube als Beamter für besondere Aufträge des Gouverneurs des Gouvernements Livland nach Riga zurück.
Von 1858 bis 1872 war Cube Vizegouverneur des Gouvernements Livland. Er wurde zum Wirklichen Staatsrat ernannt.
Von 1860 bis 1885 war Cube Präsident der Riga-Dünaburger Eisenbahn und Direktor der Dünaburg-Vitebsker Eisenbahn.
Julius von Cube war eine einflussreiche Persönlichkeit in der deutsch-baltischen Oberschicht in Riga und in den Ostseegouvernements Livland und Kurland. Es war vor allem ihm zu verdanken, dass die russischen Behörden 1859 die Gründung der Baltischen Monatsschrift, „einer selbständigen politisch-socialen Revue für die baltischen Provinzen“, gestatteten. Seine Verbindungen bewirkten, dass die russische Zensur die Baltische Monatsschrift mit Nachsicht zensierte.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Julius von Cube in Baden-Baden.
↑Hermann Blaese (Bearb.), Otto-Heinrich Elias und Alfred Schönfeldt (Red.): Baltisches Rechtswörterbuch. Baltische Historische Kommission, Göttingen 2010, S. 101 (Digitalisat).
↑Zur Geschichte der 1818 gegründeten russischen Reichskommerzbank siehe den Artikel Rußland in der Beilage zur Allgemeinen Zeitung vom 4. Februar 1830, S. 138–139 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
12Art. Personalnotizen. I. Anstellungen, Versetzungen, Entlassungen. In: Das Inland. Eine Wochenschrift für Liv-, Esth- und Curländische Geschichte, Geographie, Statistik und Litteratur, Jg. 9, Ausgabe 39 vom 26. September 1844, Sp. 625: „Der in der Reichs-Commerzbank als jüngerer Tischvorsteher-Gehülfe angestellte Coll.-Sekretär Julius von Cube ist zum Tischvorsteher in der 2. Abtheilung des Departements der ökonomischen Angelegenheiten der Wege-Kommunikations-Anstalten und öffentliche Bauten ernannt worden.“ (Digitalisat der Österreichischen Nationalbibliothek im Projekt ANNO – AustriaN Newspapers Online).
↑Friedrich Bienemann: Abschiedsworte. In: Baltische Monatsschrift. Jg. 35 (1888), S. 757–765, hier S. 763–764.
↑Zur Riga-Dünaburger Eisenbahn siehe die Livländische Gouvernements-Zeitung vom 1. November 1861 (Digitalisat der Estnischen Nationalbibliothek).
↑Friedrich Bienemann: Abschiedsworte. In: Baltische Monatsschrift. Jg. 35 (1888), S. 757–765, hier S. 762–763.
↑Julius von Eckardt: Die Anfänge der Baltischen Monatsschrift. In: Baltische Monatsschrift. Jg. 31 (1884), S. 541–552, hier S. 543.