Julius von Cube

Julius von Cube (mit vollem Taufnamen Julius Gustav von Cube; * 13. August 1815 in Riga; † 18. September 1888 in Baden-Baden) war ein deutsch-baltischer Adelsmann, Jurist und Vizegouverneur von Kurland.

Leben

Nachdem Julius von Cube das Gouvernementsgymnasium in Riga besucht hatte, absolvierte er von 1835 bis 1836 das Studium der Rechtswissenschaft in Sankt Petersburg und von 1836 bis 1839 an der Kaiserlichen Universität Dorpat. Anschließend durchlief er zügig eine Karriere in den Behörden der Ostseegouvernements und im Russischen Kaiserreich.

Julius von Cube war eine einflussreiche Persönlichkeit in der deutsch-baltischen Oberschicht in Riga und in den Ostseegouvernements Livland und Kurland. Es war vor allem ihm zu verdanken, dass die russischen Behörden 1859 die Gründung der Baltischen Monatsschrift, „einer selbständigen politisch-socialen Revue für die baltischen Provinzen“, gestatteten. Seine Verbindungen bewirkten, dass die russische Zensur die Baltische Monatsschrift mit Nachsicht zensierte.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Julius von Cube in Baden-Baden.

Herkunft und Familie

Das Adelsgeschlecht von Cube stammt aus einer deutsch-baltischen Familie und kam Mitte des 18. Jahrhunderts von der Mark Brandenburg nach Livland. 1791 wurden sie in den Reichsadelsstand des Heiligen Römischen Reiches als „von“ erhoben. Sein Vater war der Vizegouverneur von Livland Johann Ludwig Ferdinand von Cube (1788–1855), der mit Wilhelmine von Weitzenbreyer verheiratet war. Julius Gustav heiratete 1856 Alexandrine von Wilpert. Sie hatten nachstehende Kinder:

Einzelnachweise

  1. ↑ Art. Kameralhof. In: Vormalige Akademie der Wissenschaften der DDR, Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Deutsches Rechtswörterbuch. Band 6, Heft 5 (bearbeitet von Hans Blesken, Siegfried Reicke). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1965, OCLC 832566941 (adw.uni-heidelberg.de).
  2. ↑ Hermann Blaese (Bearb.), Otto-Heinrich Elias und Alfred Schönfeldt (Red.): Baltisches Rechtswörterbuch. Baltische Historische Kommission, Göttingen 2010, S. 101 (Digitalisat).
  3. ↑ Zur Geschichte der 1818 gegründeten russischen Reichskommerzbank siehe den Artikel Rußland in der Beilage zur Allgemeinen Zeitung vom 4. Februar 1830, S. 138–139 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
  4. 1 2 Art. Personalnotizen. I. Anstellungen, Versetzungen, Entlassungen. In: Das Inland. Eine Wochenschrift für Liv-, Esth- und Curländische Geschichte, Geographie, Statistik und Litteratur, Jg. 9, Ausgabe 39 vom 26. September 1844, Sp. 625: „Der in der Reichs-Commerzbank als jüngerer Tischvorsteher-Gehülfe angestellte Coll.-Sekretär Julius von Cube ist zum Tischvorsteher in der 2. Abtheilung des Departements der ökonomischen Angelegenheiten der Wege-Kommunikations-Anstalten und öffentliche Bauten ernannt worden.“ (Digitalisat der Österreichischen Nationalbibliothek im Projekt ANNO – AustriaN Newspapers Online).
  5. ↑ Friedrich Bienemann: Abschiedsworte. In: Baltische Monatsschrift. Jg. 35 (1888), S. 757–765, hier S. 763–764.
  6. ↑ Zur Riga-Dünaburger Eisenbahn siehe die Livländische Gouvernements-Zeitung vom 1. November 1861 (Digitalisat der Estnischen Nationalbibliothek).
  7. ↑ Friedrich Bienemann: Abschiedsworte. In: Baltische Monatsschrift. Jg. 35 (1888), S. 757–765, hier S. 762–763.
  8. ↑ Julius von Eckardt: Die Anfänge der Baltischen Monatsschrift. In: Baltische Monatsschrift. Jg. 31 (1884), S. 541–552, hier S. 543.