
Juljan Zilz (* 24. November 1871 in Lemberg; † 18. Juli 1930 in Wien) war ein österreichischer Stomatologe und Schriftsteller.
Juljan Zilz entstammte einem jüdischen Elternhaus in Lemberg und absolvierte in Wien ein Medizinstudium, das er 1893 mit der Promotion abschloss. Danach war er in Zahnambulatorien in verschiedenen Garnisonsstädten tätig. Vor dem Ersten Weltkrieg war er unter anderem Regiments-Chefarzt und bischöflicher Schulzahnarzt in Karlsberg (Ungarn).
Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ließ Zilz drei mobile Zahnambulatorien errichten, mit denen flexibel auf die Kriegshandlungen reagiert werden konnte. In Lublin wurde er 1914 Leiter der Kriegszahnklinik der IV. k.u.k. Armee, wo mehr als 3000 Kieferverletzte behandelt wurden. Von Mai 1915 bis zu ihrer Schließung aufgrund der Gebietsverluste Anfang 1918 war die Lubliner Kriegszahnklinik in einem Kloster, in Schulen sowie in Kasernen untergebracht. An der Lubliner Kriegszahnklinik betrieb Zilz – unüblich für eine Klinik an der Front – umfängliche Forschungen. Im Zuge dieser Forschungen ließ Zilz von Künstlern Moulagen von Gesichtsverletzungen anfertigen, zudem entstand eine große Anzahl an Zeichnungen und Fotografien von Gesichtsverletzten. 1918 wurde die Kriegszahnklinik nach Wien verlegt und dort unter dem Kommando von Juljan Zilz mit dem Reservespital Nr. 17 vereinigt.
Zilz, der sich 1914 an der Universität Wien habilitiert hatte, verfasste zahlreiche Artikel „aus dem Felde“ und war auch nach dem Krieg publizistisch tätig. In seinen Publikationen, die er auf alle Gebiete der Zahnheilkunde und Stomatologie ausdehnte, thematisierte er eigene klinische Methoden und Erfahrungen, referierte aus zahlreichen Fachzeitschriften, lieferte dazu Übersichtsreferate und fertigte Übersetzungen aus Veröffentlichungen in englischer, französischer, italienischer und polnischer Sprache an. Zudem befasste er sich als Wissenschaftshistoriker mit der Geschichte seines Fachgebietes.
Juljan Zilz verstarb 59-jährig in Wien und wurde am 21. Juli 1930 auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Seine letzte Ruhestätte befindet sich dort beim 1. Tor, Gruppe 52, Reihe 11, Grab 22. Der Nachlass von Juljan Zilz, beinhaltend Moulagen, Fotografien und sonstiges Forschungsmaterial aus der Kriegszahnklinik Lublin, befindet sich im Zahnmuseum Wien.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zilz, Juljan |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Stomatologe |
| GEBURTSDATUM | 24. November 1871 |
| GEBURTSORT | Lemberg |
| STERBEDATUM | 18. Juli 1930 |
| STERBEORT | Wien |