Jurij Kramer (* 28. Juni 1940 in Moskau; † 27. September 2026 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur.
Jurij wurde 1940 als Sohn einer Tänzerin und des wegen eines drohenden Hochverratsprozesses in die UdSSR emigrierten Eisenbahningenieurs Erwin Kramer, dem späteren Minister für Verkehrswesen der DDR und Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, in Moskau geboren. Nach Kriegsende zog seine Familie wieder nach Deutschland, wo sie sich im Ostteil Berlins niederließen.
Jurij Kramer studierte von 1960 bis 1963 Schauspiel an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Niederschöneweide und debütierte als Theaterdarsteller an einer Bühne in Greifswald. In Greifswald wurde er 1964 nach einer umstrittenen Hamlet-Inszenierung gemeinsam mit Adolf Dresen entlassen. Aus diesem Grund musste Kramer von 1964 bis 1965 Wehrdienst bei den Grenztruppen der DDR leisten.
Danach kam er nach Halle (Saale), wo er auf den Fernsehregisseur Ulrich Thein traf, der ihn zur Regie brachte. Daneben arbeitete Kramer ab 1970 auch für den Deutschen Fernsehfunk (DFF), anfangs als Assistent, später als Regisseur und inszenierte diverse Literaturverfilmungen, wie beispielsweise Cyankali, Narrenweisheit aber auch Gegenwartsstreifen für das Fernsehen der DDR. 1981 wurde ihm der Heinrich-Greif-Preis verliehen.
Mit der Wende änderte sich seine berufliche Situation, er spielte wieder vornehmlich als Schauspieler in diversen Fernsehproduktionen, überwiegend in Serien wie Ein Bayer auf Rügen, Für alle Fälle Stefanie, Küstenwache. Er war für die PDS eine Legislaturperiode Mitglied der Bezirksversammlung Prenzlauer Berg, wo er bis zu seinem Tod lebte.
Sein Sohn Felix Kramer, der aus seiner Verbindung mit der Schauspielerin Petra Hinze stammt, ist ebenfalls Schauspieler. Jurij Kramer starb im September 2026 im Alter von 86 Jahren in Berlin.
Fernsehfilme
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kramer, Jurij |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur |
| GEBURTSDATUM | 28. Juni 1940 |
| GEBURTSORT | Moskau |
| STERBEDATUM | 27. September 2026 |
| STERBEORT | Berlin |