Justus Leopold Frisch

Justus (auch Jodokus/Jocducus oder Just) Leopold Frisch (* 29. Oktober 1714 in Berlin; † 14. Oktober 1786 oder 1787 in Grünberg in Schlesien) war ein deutscher Naturforscher und Prediger.

Leben

Justus Leopold Frisch wurde 1714 in Berlin als Sohn von Johann Leonhard Frisch, einem Naturforscher und Kupferstecher, geboren. Er besuchte bis 1737 das von seinem Vater geleitete Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin. In dieser Zeit begann er sich mit Naturgeschichte zu beschäftigen und war im letzten Schuljahr an der Katalogisierung der Sammlung naturkundlicher Objekte der Berliner Akademie der Wissenschaften beteiligt. Mit 23 Jahren ging Frisch nach Halle (Saale) und studierte an der dortigen Universität Theologie, Philosophie, Mathematik und Physik. Zu seinen akademischen Lehrern gehörten Siegmund Jakob Baumgarten, Joachim Lange, Alexander Gottlieb Baumgarten und Johann Joachim Lange. Neben dem Studium katalogisierte er die Mineralien- und Fossiliensammlungen des Geheimen Rates Friedrich Hoffmann und trat der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle bei.

1741 kehrte Frisch nach Berlin zurück. Dort war er als Leiter der naturhistorischen Sammlungen der Akademie der Wissenschaften und Verwalter des jungen Grafen von Schwerin tätig. Bald darauf wandte er sich einer geistlichen Laufbahn zu. Er wirkte als Prediger zunächst ab 1742 in Kottwitz im Landkreis Glogau, dann ab 1747 in Schweinitz bei Grünberg und ab 1752 in Saabor. 1765 wurde sein älterer Bruder Martin Friedrich Frisch erster Pfarrer der Evangelischen Kirche in Grünberg in Schlesien. Justus Leopold Frisch folgte ihm dorthin als zweiter Pfarrer und übernahm nach dem Tod seines Bruders 1782 das Amt des ersten Pfarrers von Grünberg, das er bis zum Lebensende ausübte.

In seiner Freizeit sammelte Frisch Naturmaterialien und betrieb wissenschaftliche Forschungen, insbesondere in den Bereichen Zoologie, Mineralogie und Paläontologie. Er gehörte zu den Autoren der ersten deutschen Übersetzung der systematischen Tabellen von Carl von Linné. Die Berliner Akademie der Wissenschaften zeichnete ihn für seine Arbeit über die Ursachen geschlechtsspezifischer Unterschiede in Fell- und Federfarbe aus.

Sein Vater Johann begann ein großes Werk über Deutschlands Vögel. Dieses Werk wurde allerdings nicht vollendet, sondern nur bis zur vierten Klasse geschrieben. Danach übernahm Justus Leopold Frisch und vollendete das Werk. Dabei erhielt er Unterstützung vom Baron von Zorn aus Danzig. Das Werk erschien 1763 und enthielt 254 Kupfertafeln und 307 Vogelabbildungen. Es galt lange Zeit als Standard und wurde erst von Johann Friedrich Naumann übertroffen.

Justus Leopold Frisch starb 1786 oder nach anderen Quellen 1787 in Grünberg.

Literatur

Wikispecies: Just Leopold Frisch – Artenverzeichnis

Einzelnachweise

  1. 1 2 Historische Commission bei der königl. Akademie der Wissenschaften: Frisch, Johann Leonhard. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 8 (= Allgemeine Deutsche Biographie). 1. Auflage. Duncker & Humblot, München/Leipzig 1878, S. 93 (wikisource.org [abgerufen am 23. Januar 2026]).
  2. 1 2 Frisch, Jodocus Leopold. In: Mirosław Syniawa: Biograficzny słownik przyrodników śląskich. Band 1. Centrum Dziedzictwa Przyrody Górnego Śląska, Katowice 2006, S. 103.
  3. 1 2 Frisch, Jodocus Leopold. In: Mirosław Syniawa: Biograficzny słownik przyrodników śląskich. Band 1. Centrum Dziedzictwa Przyrody Górnego Śląska, Katowice 2006, S. 104.
Personendaten
NAME Frisch, Justus Leopold
ALTERNATIVNAMEN Frisch, Jodokus Leopold; Frisch, Joducus Leopold; Frisch, Just Leopold
KURZBESCHREIBUNG deutscher Naturforscher und Prediger
GEBURTSDATUM 29. Oktober 1714
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 14. Oktober 1786
STERBEORT Grünberg in Schlesien