Jutta Hartmann

Jutta Hartmann ist mit vor einem unscharfen Hintergrund zu sehen, während sie vor einem Laptop sitzt und den rechten Arm halb erhoben zu einer Geste positioniert hat. Sie ist während des Sprechens zu sehen und hat lange helle gelockte Haare.
Jutta Hartmann während eines Vortrages (2021)

Jutta Hartmann (geboren 1963) ist eine deutsche Erziehungswissenschaftlerin und Professorin für Allgemeine Pädagogik und Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Sie forscht unter anderem zu Gender- und Queer-Theory, Diversity Education und kritischer Erziehungswissenschaft.

Werdegang

Jutta Hartmann studierte zunächst Biologie, Germanistik und Geographie sowie Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen und schloss mit einem Staatsexamen für Lehramt an Realschulen ab. Anschließend studierte Hartmann Sozialpädagogik an der Technischen Universität Berlin und erwarb den Abschluss als Diplompädagogin. Sie wurde 2000 mit einer Arbeit zum Thema Dynamisierungen in der Triade Geschlecht – Sexualität – Lebensform. Kritisch-dekonstruktive Impulse für die Pädagogik promoviert. In ihrer transdisziplinär und diskursanalytisch ausgerichteten Dissertation entwickelte sie den kritisch-dekonstruktiven Ansatz einer Pädagogik vielfältige Lebensweisen, den sie seitdem stetig weiterentwickelt.

Im Zeitraum von 1990 bis 2000 war Jutta Hartmann wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften der Technischen Universität Berlin und Lehrbeauftragte der Universitäten Graz und Innsbruck.

Von 2001 bis 2002 war sie Bildungsreferentin in der Internationalen Begegnungsstätte für Jugend- und Erwachsenenbildung Jagdschloss Glienicke Berlin und von 2002 bis 2005 Gastprofessorin am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck. In der Zeit von 2006 bis 2010 leitete sie den Bereich Weiterbildung im Dachverband professioneller Opferhilfeeinrichtungen Arbeitskreis der Opferhilfe in Deutschland e.V. und vertrat die Professur Pädagogik und Soziale Arbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim (HAWK). Parallel dazu lehrte sie in der Zeit von 2003 bis 2013 als Dozentin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien und von 2003 bis 2018 im postgradualen Studiengang Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession — Master of Social Work, MRMA.

Jutta Hartmann ist seit 2010 Professorin für Allgemeine Pädagogik und Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Forschung und Lehre

Ihre Forschungen und Veröffentlichungen widmet Jutta Hartmann der Weiterentwicklung kritisch-dekonstruktiver Perspektiven in der Pädagogik, Queerer Bildung, Projekten zu sexueller Bildung und Fragen der Professionalisierung.

Inhaltlich und theoretisch hat sie sich in kritischer Erziehungswissenschaft über die Auseinandersetzung mit feministischen und poststrukturellen Denkweisen in einer kritisch-dekonstruktiven Pädagogik der Vielfalt verortet. Sie lehrt in den Bereichen Kritische Pädagogik, Bildungs- und Sozialisationsprozesse, Geschlechterstudien, Diskursanalyse und Evaluationsforschung und ist in mehreren wissenschaftlichen Beiräten tätig.

Das Praxisforschungsprojekt VieL*Bar – Vielfältige geschlechtliche und sexuelle Lebensweisen in der Bildungsarbeit – Didaktische Potenziale und Herausforderungen museumspädagogischer Zugänge leitete Hartmann von 2016 bis 2018.

Das Praxisforschungsprojekt JupP* – Jungen*pädagogik und Prävention von sexualisierter Gewalt – Potenziale und Herausforderungen männlichkeitsbezogener Jugendarbeit, Sexualpädagogik, Prävention sexualisierter Gewalt sowie queerer Bildung (2018–2021) leitet Jutta Hartmann in Kooperation mit dem Berliner Institut Dissens. Sie hat einen Fokus auf die Themen Sexualpädagogik und queere Bildung. Ziel ist eine verbesserte Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, die sich als männlich verstehen. Hierfür werden präventionsbezogene Aspekte in den pädagogischen Angeboten der genannten vier Praxisfelder in einem gemeinsamen Reflexionsprozess herausgearbeitet und weiterentwickelt. Dabei entstand der Erklärfilm Sexualisierte Gewalt gegen Jungen* – Gibt's! Is' nie ok! Is' so!

Jutta Hartmann lehrt zu pädagogischen Grundlagen Sozialer Arbeit sowie zu Bildungstheorien, Sexualpädagogik, Gender- und Queer Studies. Sie leitet den Zertifikatskurs Professionelle Opferhilfe im Weiterbildungszentrum der ASH Berlin, ist in mehreren wissenschaftlichen Beiräten und als Zweite Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen tätig.

Schriften (Auswahl)

Monografien

Herausgeberschaften

Beiträge

Interviews

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Professor_innen: Prof. Dr. Jutta Hartmann. Alice Salomon Hochschule Berlin, abgerufen am 23. August 2021.
  2. ↑ Wissenschaftlicher Beirat. Queer Format, abgerufen am 23. August 2021.
  3. ↑ Lehrende. MRMA Zentrum für Postgraduale Studien sozialer Arbeit, abgerufen am 23. August 2021.
  4. ↑ Forschungsprojekt VieL*Bar. Alice Salomon Hochschule Berlin, abgerufen am 25. August 2021.
  5. ↑ Jungen*pädagogik und Prävention von sexualisierter Gewalt. In: www.jungenpaedagogik-und-praevention.de. Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V., abgerufen am 29. August 2021.
  6. ↑ Sexualisierte Gewalt gegen Jungen* - Gibt's! Is' nie ok! Is' so! In: www.jungenpaedagogik-und-praevention.de. Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V., abgerufen am 29. August 2021.
  7. ↑ Beirat. Arbeitskreis der Opferhilfen in Deutschland e.V., abgerufen am 25. August 2021.
  8. ↑ Kontakt. In: afg-berliner-hochschulen.de. Technischen Universität Berlin, abgerufen am 25. August 2021.
Personendaten
NAME Hartmann, Jutta
KURZBESCHREIBUNG deutsche Erziehungswissenschaftlerin und Professorin für Allgemeine Pädagogik und Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin
GEBURTSDATUM 1963