K49814 ist das Pseudonym einer zeitgenössischen, konzeptionell arbeitenden Fotografin, deren künstlerischer Fokus auf der Dokumentation industrieller Tierverwertung, ökologischer Verwobenheit sowie ethischer Fragen zum Verhältnis von Mensch und Tier liegt. Die Künstlerin wahrt konsequent vollständige Anonymität, um die Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Inhalte ihrer Arbeit zu lenken. Ihre Werke wurden in renommierten Museen und Galerien ausgestellt und in monografischen Fotobänden verarbeitet.
Die Identität der Künstlerin ist nicht öffentlich bekannt. In ihrer künstlerischen Praxis nutzt sie meist die Schwarzweißfotografie, um industrielle Abwertungsprozesse von Lebewesen ästhetisch zu dekonstruieren. Sie verzichtet dabei auf plakativen Schock oder oberflächliche Provokationen, sondern nutzt feinfühlige, teils mikroskopische Detailaufnahmen, um eine sakrale Ästhetik des Vergänglichen zu erschaffen und den Betrachter zur Reflexion über die Konsumkultur aufzufordern. In ihrem Werk setzt sie sich intensiv mit der Bedeutung und Wahrnehmung des Atmens auseinander:
„In der Nacht, wenn die Formen ununterscheidbar sind, ist da nur noch Jemand, der atmet. Er atmet, weil er will. Mit dem Atem artikuliert er sein Dasein. Deswegen ist der Atem individuell. Der Atem ist ein junger und ein alter Atem, er ist ein Artenatem, aber vor allem ist er ein je eigener Atem, der mit der Welt Kontakt aufnimmt.“
Ihr erstes größeres konzeptionelles Projekt mit dem Titel Atmen ohne Pause entstand als Zeugnis- und Erinnerungsbuch. So dokumentierte sie über einen längeren Zeitraum hinweg Existenzen in Schlachthöfen, in der Wildnis und in Tierverwertungsanstalten. Die Aufnahmen stellen den Atem als primäre Artikulation des Lebenswillens ins Zentrum und kontrastieren das Sterben im industrialisierten Kontext mit der unberührten Natur. Die philosophische Rahmung des Katalogs wurde unter anderem durch Texte des Philosophen Paul Ziche begleitet.
Für das Langzeitprojekt Filamenta sammelte die Künstlerin über einen Zeitraum von fünf Jahren mehr als 2,5 Tonnen Fischschuppen sowie weitere Reste aus den Abfällen der europäischen Fischindustrie (darunter Schwimmblasen, Blutgefäße und Flossen), um sie zu reinigen und mikroskopisch zu untersuchen. Aus den Texturen der Schuppen isolierte sie unter dem Mikroskop komplexe organische Muster. Über sieben Jahre hinweg kreierte sie daraus eine Serie aus 213 Schwarz-Weiß-Fotografien und 61 visuellen Erzählungen. Das Werk stellt die vom Menschen verursachten, zerstörerischen „Fäden“ (Filamente) der Hochseefischerei den feinen, lebensspendenden Netzstrukturen mariner Ökosysteme gegenüber. Begleitet wurde die Publikation durch literarische Auszüge aus den Notizbüchern der Künstlerin sowie durch Texte von Delia Keller.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | K49814 |
| KURZBESCHREIBUNG | Fotografin |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |