Kaiserslauterer Modell

Gleis der stillgelegten Bachbahn, die im Zuge des Kaiserslauterer Modell reativiert werden sollte, zwischen Otterbach und Erfenbach

Das Kaiserslauterer Modell – alternativ Citybahn genannt – ist ein nicht verwirklichtes Tram-Train-Projekt. Es ist eine Weiterentwicklung des Karlsruher Modells für die Stadt Kaiserslautern und ihr Umland, kombiniert dieses jedoch mit dem Zwickauer Modell. Das Kaiserslauterer Modell ging jedoch nie über eine Planungsphase hinaus. Ziel des Modells war es, die Lautertalbahn über eine straßenbahnähnliche Innenstadtstrecke mit der Kaiserslauterer Innenstadt zu verbinden.

Konzept

Vom Rathaus beziehungsweise Hauptbahnhof sollten Regionalstadtbahnzüge über diese Innenstadtstrecke zur Lautertalbahn und über diese nach Lampertsmühle-Otterbach geführt werden. Ab Lampertsmühle-Otterbach sollten die Züge über die Bachbahn als Straßenbahnen nach EBO beziehungsweise weiter nach Lauterecken als Regionalstadtbahnen verkehren. Laut einem Gutachten war für dieses Projekt ein volkswirtschaftlicher Nutzen gegeben.

Zusätzlich sollte eine klassische Regionalbahnverbindung verkehren. Die Fahrzeuge sollten so weit modernisiert werden, dass der Systemwechsel automatisch ohne Einfluss des Fahrzeugführers erfolgt. Über den Nordbahnhof war ebenfalls ein Anschluss an die Bahnstrecke Kaiserslautern–Enkenbach geplant. Die Züge aus dem Norden sollten westlich des Hauptbahnhofs über eine Rampe die Biebermühlbahn erreichen und weiter nach Pirmasens Hauptbahnhof verkehren.

Teil des Projekts war zusätzlich die bessere Kombination von Bus und Bahn, insbesondere auf der Innenstadtstrecke, die von beiden Verkehrsmitteln zum Teil gemeinsam genutzt werden sollte, ohne eine komplette Asphaltierung durchführen zu müssen. Als Vorbild für dieses Konzept wurde das Konzept der Mannheimer Fahrzeugrolle herangezogen.

Geschichte

In den 1920er Jahren kam in Kaiserslautern erstmals die Idee auf, die Lautertalbahn über den damaligen Kopfbahnhof Kaiserslautern West durch die Innenstadt zu führen und eine Haltestelle an der damaligen „Maxschule“ – mittlerweile als „Rathaus West“ dienend – als Endpunkt zu errichten. Hintergrund war, dass Produkte aus der Landwirtschaft leichter zum Wochenmarkt gebracht werden sollten. Der Rat der Stadt diskutierte das Projekt im November 1923, es scheiterte jedoch an der ablehnenden Haltung des damaligen Oberbürgermeisters Franz Xaver Baumann, der stattdessen den Ausbau der Straßenbahn forcierte.

Gleisseite des Westbahnhofs, der in dieser Form 1969 für den Personenverkehr außer Betrieb genommen wurde

Der seinerzeitige Oberbürgermeister Hans Jung wollte die Pläne 1971 realisieren lassen, scheiterte damit jedoch. In den 1990er Jahren nahm das Projekt wieder Fahrt auf. Gerhard Piontek initiierte ein 20-seitiges Arbeitspapier, bei dem das Stumpfgleis des in seiner ursprünglichen Form außer Betrieb genommenen Westbahnhofs bis zum Rathaus verlängert werden sollte. Herausforderungen waren hierbei die geplante Trassenführung sowie die Eigentumsverhältinisse bei den betroffenen Grundstücken.

Schließlich scheiterte das Projekt während der 2000er Jahre jedoch an den Kosten. Tatsächlich wäre ein solches System für die Region Kaiserslautern jedoch interessant, da es unter anderem aufgrund der vielen Studenten hohe Pendlerverkehre gibt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Fritz Engbarth: Von der Ludwigsbahn zum Integralen Taktfahrplan – 160 Jahre Eisenbahn in der Pfalz. 2007, S. 20 f. (zoepnv-sued.de [PDF]).
  2. ↑ Rathaus West war früher Schule, Lager und Lazarett. In: rheinpfalz.de. 25. August 2022, abgerufen am 16. August 2026.
  3. 1 2 Lauterer Lexikon: C wie Citybahn. In: rheinpfalz.de. 8. März 2021, abgerufen am 16. August 2026.
  4. 1 2 Happy Birthday, Bachbahn. In: lok-report.de. Oktober 2004, abgerufen am 16. August 2026.
  5. ↑ Haltepunkt. In: otterbach-pfalz.de. 20. November 2003, abgerufen am 16. August 2026.