| Typ: | Grüntee |
| Andere Namen: | 釜炒り茶 |
| Herkunft: | Japan |
| Kurzbeschreibung: | dezent nussig, mildes Umami |
| Temperatur: | 65–75 °C (1. Aufguss) |
| Anzahl Aufgüsse: | 3–4 |
| Zeit: | 60 Sek. (1. Aufguss) |
Kamairicha (釜炒り茶) ist ein japanischer Grüner Tee, der in speziellen Pfannen oder Öfen erhitzt wird.
Der Name Kamairicha setzt sich zusammen aus dem Wort „Kama“ (釜, Eiserner Topf/Pfanne), „iri“ (炒り, braten/rösten) und „cha“ (茶, Tee).
Kamairicha zeichnet sich durch weniger Umami und eine geringere Grasigkeit als Sencha aus und entwickelt ein dezentes Röstaroma.
Die Röstmethode in Pfannen oder Öfen unterscheidet sich deutlich von der heute in Japan üblichen Dämpfmethode und hat ihren Ursprung vermutlich in China.
Wann und wie der Kamairicha nach Japan gelangte, ist nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass er um das 17. Jahrhundert von China aus über die Insel Kyushu im Süden Japans eingeführt wurde, wo er auch heute noch hauptsächlich zubereitet wird.
Möglicherweise gab es mehrere Wege, auf denen der Pfannentee nach Japan gelangte, da heutzutage in Japan zwei unterschiedliche Zubereitungsarten existieren: die Ureshino-Variante, die in Saga und Nagasaki verbreitet ist, und die Aoyagi-Variante, die in Kumamoto und Miyazaki üblich ist. Während die Pfanne bei der Aoyagi-Variante parallel zum Boden steht, ist sie bei der Ureshino-Variante um 45 Grad zum Teekocher geneigt.
Der Tee durchläuft nicht die übliche Dampfbehandlung der meisten japanischen Tees. Hingegen werden im ersten Herstellungs-Schritt die Teeblätter in einer mechanischen Pfanne bei hoher Temperatur geröstet, um die Oxidation zu stoppen. Anschließend werden sie mehrmals gerollt, wodurch sich die Zellwände im Inneren öffnen. Danach folgen Trocknungsvorgänge, typischerweise in einer rotierenden Trommel. Abschließend werden die Teeblätter erneut in einer heißen Pfanne geröstet, um das typische, warme und leicht röstige Aroma von zu entwickeln. Durch verschiedene Rolltechniken entstehen Tees mit unterschiedlichen Blattformen – oft sind die Blätter wie Kommas oder Magatama geformt.
Der Geschmack von Kamairicha ist im Vergleich zu den grün und frisch schmeckenden, gedämpften japanischen Teesorten in der Regel etwas runder und milder und wirkt weniger adstringierend.