Kamān-e Rostam (persisch کمان رستم, ‚Bogen von Rostam‘) ist eine Bezeichnung, die überwiegend in Afghanistan für den Regenbogen gebraucht wird. Der Regenbogen wird sonst im Standardpersischen heute als Rangin Kamān (persisch رنگين کمان; bunter Bogen) bezeichnet. Der Regenbogen ist Anlass für Spiele und Brauchtum.
Rostams Bogen, die Keule und sein Pferd Rakhsh (= Blitz) sind sehr bekannt. Geschichten dazu sind mündlich von Generation zur Generation weitergegeben worden. Manche Redewendungen gehen auf diese Geschichten zurück, z. B. die von Rostams Keule: Rostam der Held war im Qand-Bāzār (Süßigkeitenbazar) in der Kabuler Altstadt. Er hatte Hunger auf Süßigkeiten. Dafür hatte er seine Lanze für drei Kassira (sowohl Währung der damaligen Zeit als auch Defizit) verpfändet. Die Keule ist inzwischen unter den Ruinen der Altstadt Kabul verschwunden. Diese Redewendung lautet: persisch گرز رستم به سه کسیره بند است Gorz-e Rostam ba se Kassira band ast, ‚Die Keule von Rostam ist für drei Kassira gebunden‘.
Beim Erscheinen des Regenbogens versuchen vor allem die Mädchen unter den Regenbogen zu gehen und die Jungen dies zu vermeiden. Das Spiel, das auf einen Volksglauben zurückgeht, wird gerne von Kindern auf dem Boden des heutigen Afghanistan gespielt. Wer es schaffen kann, durch den Regenbogen zu gehen bzw. die andere Seite des Bogens zu erreichen, verändert sein Geschlecht ins Gegenteil.
Kaman e Rostam wird auch ein dreihundert Jahre alter Nussbaum Schahmirzad in der Provinz Semnan in Iran genannt, der auf der Liste der nationalen Erben erscheint.